Samstag, 27. Oktober 2012

18. Teststrick Oktober: Autumn Colors



Der 18. Teststrick kommt genau richtig für alle, die Socken und Strümpfe unter den Weihnachtsbaum legen wollen und bei denen auch die Herren der Schöpfung in  diese Geschenkeplanung integriert sind. Frei nach dem Motto: Bunt kann ja jeder! stelle ich  euch heute zum 1. Mal ein Sockengarn vor, dass Paul Pascuali neu in seine Wollkollektion aufgenommen hat, und was für eines.

"PINTA"

60% Wolle, 20% Seide und 20% Bambus

100 Gramm/ 425 Meter

und diese tolle Qualität zu dem unschlagbaren Preis von

7,99 €

Na, da seid ihr platt!!!


Wir haben es hier heute also mit einem besonderen Sockengarn zu tun, denn es ist aus 100% Naturfasern, ein wirkliches Schätzchen. Für den Test hat mir Paul 2 von 5 Farben geschickt, von denen alle für Liebhaberinnen unifarbiger und unauffälliger Socken ein Hochgenuss sind, besonders aber für Herrensocken, für die man ja immer schlecht das geeignete in gedeckteren Farben findet. Knallbuntes gibt es genug auf dem Markt, ruhigere Farben muss man ein wenig suchen...jetzt nicht mehr, ihr habt sie gefunden.






Angekommen ist die 03 (warmer Herbstton) im Knäuel, die 01 (warmer Blauton) im Strang. Ob das jetzt beim Abverkauf immer so ist entzieht sich meiner Kenntnis, finde ich aber überhaupt nicht schlimm, denn die meisten handgefärbten Garne werden ja immer im Strang verkauft.  

Das Garn hat keinen Eigengeruch, es riecht völlig neutral, was mich schon gewundert hat. Handelsübliches Sockengarn riecht immer nach Schafstahl und Seide hat eigentlich auch so einen  typischen Seidengestank, das wissen wir ja alle. Die Pinta allerdings sagt zu diesem Thema nix, zum Thema Feeling allerdings um so mehr, denn sie ist superweich im Griff und damit auch ein wunderbares Tuch- oder Schalgarn. Selbst für eine Mütze würde ich es verstricken, dann allerdings mit doppeltem Faden.




Sehen wir uns also diesen schönen warmen Herbstton einmal näher an. Dieses 4fach Garn ist gedreht aus 2 Fäden braun und jeweils einem Faden orange und beige. Die kurzen Fasern und der dezente Glanz sind auf diesem Foto gut zu erkennen. Für den Test habe ich mich für dieses Garn entschieden, ich konnte sofort loslegen und ich finde die Farbe genial.






Der blaue Strang ist eine Zusammensetzung von 2 Fäden dunkelblau und jeweils 1 Faden Mittelblau und Beere, auch eine sehr schöne Kombination.






Die weiteren Farben sind: 04 aus 3 Fäden Hellgrau und 1 Faden Anthrazit . 05 aus 2 Fäden Dunkelgrau und jeweils 1 Faden Tannengrün und Olivgrün und 06 aus 3 dunken Grautönen, fast schwarz.






Verstrickt ergibt diese Farbkombination also einen wunderbaren Melierton, den ich gelungen unisex finde. Angegeben ist eine NS 3, das war mir aber zu locker für ein feines 4fach Garn. Wie gewohnt sieht es mit einer NS 2,5 besser aus. Das Strickbild ist ohne große Anstrengung ordentlich, das Stricken selbst ging flüssig und unkompliziert, die Fäden haben sich nicht geteilt, weder auf abgerundeten Bambusnadeln noch auf den wesentlich spitzeren Knitpicks Nadelspielen. Keine schwitzigen Hände, keine Hautirritationen und selbst ein paar aufgezogene Runden wegen spannender Riesenslalomabfahrten hat dieses qualitativ hochwertige Garn schadlos überstanden.





Gewählt habe ich für den Test ein Sockenmuster mit relativ vielen Verzopfungen, wobei ich nie eine Zopfnadel benutzt habe. Auch dieses Abschieben der zu verzopfenden Maschen  und das freie wiederaufnehmen ohne Hilfsmittel hat jede Maschen bravorös hinbekommen, alles lief wie am Perlenschnürchen. Gewaschen hab ich sie in der Maschine- Wollwaschgang-Wollwaschmittel- auch hier keinerlei  Probleme, noch weicher sind sie geworden.





Sie gefallen mir sehr gut, diese kleinen Nobelteilchen. Sind aber schon versprochen und  Teil eines schönen Tauschgeschäftes geworden: endlich wieder ein neues Puzzlebrett mit Rand ,handgeschreinert und katzensicher.

Infos zu Garn und Anleitung findet ihr hier.

Es war  mir wieder ein wirkliches Vergnügen, für euch diese tolle Sockenwolle zu testen und darüber zu berichten, denn der Preis ist echt unschlagbar für diese hohe Qualität.  

Und jetzt genießt das Wochenende und bis bald

Eure Andrea

Dienstag, 2. Oktober 2012

4. Buchbesprechung: Die großen Fotofibeln Stricken und Häkeln

Lange hat es in der Wollwelt keine Rezensionen mehr gegeben, heute bespreche ich für euch darum direkt 2 Bücher: Fibeln für Stricken und Häkeln von Margaret Hubert, beide erschienen im LV-Buch Verlag.

Braucht man so etwas denn überhaupt? Definitiv ja! Eine Fibel sollte jeder daheim haben, egal ob Anfänger oder versierte Strickerin. Es gibt immer etwas nachzuschlagen, man sucht ein Muster, man hat lange keinen Reißverschluß mehr eingenäht, wie heftet man eine Tasche unsichtbar an, wie war das nochmal mit den verkürzten Reihen. Möchte man eine Technik neu erlernen - eine Fibel gibt wertvolle Tipps. Auch im You-tube Zeitalter ist ein Griff zum Buch stets praktisch für die Grundkenntnisse unserer Hobbys und vor allem für die schnelle Suche nach einem schönen Muster. Zugegeben: auch hierfür hat das Internet Datenbanken noch und nöcher, die auch von mir oft und regelmäßig aufgesucht werden. Und doch nehme ich auch dann und wann meine Fibel zur Hand, wenn mein Gehirn gerade mal wieder ein erstzunehmendes Loch aufweist über eine Technik, die ich schon lange nicht mehr genutzt habe und notfallmäßige Hilfe braucht, ohne erst den Rechner hochzufahren. Und natürlich weiß ja jeder, dass mein Herz dem Buch gehört, obwohl ich gerade über den Kauf eines Kindle nachdenke, für das Lesen außerhalb meines Ohrensessels und vor allem wegen der Strickanleitungen, die ich dann immer ohne Zettelgedöns zur Verfügung hätte...aber das ist eine andere Geschichte.


Die heute vorgestellten Fibeln sind im Aufbau identisch, haben eine Größe von 21 x 27,5 cm und kosten  € 17,95. Die Strickfibel hat 240 Seiten, die Häkelfibel 272. Ordentlich was drin für die Bildung


Den Anfang macht der 1. von 3 Unterteilungen: nach einer kleinen informativen Einleitung über das Entstehen von Stricken und Häkeln folgt der Technikteil - Grundlagen des Strickens oder Häkelns - vom Maschenaufschlag bis zum Reißverschluss einnähen ist alles groß bebildert mit über 400!!!!! großformatigen Farbfotos und auch die Texte sind für Blindschleichen wie mich gut und übersichtlich lesbar.


Als nächstes folgt der Musterteil, 200 Strickmuster könnt ihr bewundern . Hier unterscheiden sich diese Fibeln von den mir bereits bekannten am meisten. Die Fotos haben Maschenprobengröße, also immer um die 10 cm breit. Alle Muster sind in Reihenform, die Zopfmuster haben zusätzlich noch einen chart. Es sind nie mehr als 2 Muster auf einer Seite, einige haben sogar alleine eine ganze Seite. Die Musterläppchen sind in vielen verschiedenen Farben gearbeitet und vermitteln eine Fröhlichkeit, die mir sehr gut gefällt.


Auch die mehrfarbigen Muster sind sehr anschaulich bebildert, alle Muster haben eine Schwierigkeitsangabe  leicht - mittel- erfahren. Und den Namen "Puderquasten" find ich herrlich.



Im 3. Teil findet man besondere Techniken, z. B. das Freeformstricken- oder häkeln. Muster dazu, wie diese Fächer, sind ebenfalls enthalten.

Eine Fibel ist kein Anleitungsbuch, doch einige wenige finden sich doch. Zum Beispiel diese ganz nette Bommelmütze mit Reihen- und Chartangabe. Hier kann ich nur nicht begreifen, wie man einem rothaarigen Modell eine rosa Mütze aufsetzen kann...das sieht ja gruselig aus, ist aber natürlich reine Geschmacksache.


Ein ganz einfacher quergestrickter Pullover ist ebenfalls enthalten, genau wie Anleitungen für Schal, Stulpen, Taschen, Perlenstrickerei...und noch ein paar mehr. Dieser kimonoähnliche Pulli erinnert mich  verstärkt an meine Anfangsstrickjahre vor 40 Jahren....aber gut, man kann das Ei auch nicht neu erfinden und er sieht ja auch immer noch ganz nett aus.

Vom Häkeln hab ich ausser feste Maschen und Stäbchen nicht viel Ahnung, darum hat mich die Häkelfibel echt überrascht. Oder habt ihr schonmal was von Tautropfenmuster oder Spinnwebenmuster oder Butterblumenmuster gehört? ich nicht!! 200 Häkelmuster sind in diesem Buch zufinden, ein Name schöner als der andere. Und verschiedene Häkeltechniken werden ebenfalls anschaulich erklärt.


Alle Häkelmuster haben eine Reihenangabe und einen chart und ich muss ehrlich zugeben: ich muss passen...falsches Popcornmuster und Büschelmaschen.....gehobene Häkelkunst, Chapeau!


Mehrere Seiten mit den im Moment schwer angesagten Grannys finden sich in der Fibel.....


...genau wie Blümchen und Blätter und Spiralen...alles, was das Verzierherz so braucht.

 


In beiden Fibeln ist ein gut erklärter Teil dem Freeformstricken -und Häkeln gewidmet, einer Technik, die auch gerade ziemlich im Mode ist. Meins ist es nicht, aber das schaut schon ziemlich spektakolär aus.


Richtig nett finde ich diesen Zackenschal in warmen Herbstfarben und da er nur aus Stäbchen besteht, würde ich ihn glatt auch noch hinbekommen. Mein Ruf ist damit gerettet.


Am Ende der Fibeln findet man noch Informatives sowohl über die Autorin als auch über die Designerinnen, alle aus den Staaten und eine aus Australien. 

WIr haben es hier mit einer Broschur zu tun, ein flexibler Buchblock, dem sogeannten Softcover. Dies ist sehr angenehm in der Praxis, erinnert mich beim Blättern immer an Daumenkino, die einzelnen Blätter sind schön glatt und es fluscht nur so. Die 3 Teile des Buches sind am oberen Rand jeweis mit einem dicken farbigen Blockstreifen versehen, was das Suchen beim Durchblättern sehr vereinfacht.

Beim Erarbeiten dieses Berichtes habe ich in beiden Büchern intensiv gelesen und immer wieder etwas neues entdeckt. Unmöglich euch dies alles heute zu erzählen. Wenn ihr also noch keine Fibeln habt oder  eure letzte den Mauerfall noch für unmöglich gehalten haben, dann solltet ihr über eine Neuanschaffung nachdenken. Und für diesen Fall würde ich euch diese beiden Fibeln wärmstens an Herz legen......

Und jetzt freut euch auf einen Feiertag, der euch wettertechnisch viel Zeit für Müßiggang und die ein odere andere Reihe  knittingtime ermöglichen wird.