Montag, 31. Oktober 2011

Teststrick November: Roger Rabbit

Es wird jetzt bald kalt. Und es wiederholt sich jedes Jahr...dass mit dem Kaltwerden und dass mit dem Mützenstricken. Jeden Herbst aufs neue fang ich damit an und jeden Herbst aufs neue macht mir das Herstellen von dicken  warmen muscheligen Mützen unheimlichen Spaß. Ich stricke sie für mich, für Freunde, Familie....irgendwer braucht immer eine, wenn Väterchen Frost zu uns kommt, der in den letzten Jahren ja auch immer Frau Holle im Gepäck hatte und bei so netter Begleitung auch länger bleibt.....

Herr Pascuali jedenfalls dachte sich wohl, jetzt kriegt die Frau Wollwelt "mal was auf die Ohren" und schickte dies hier als Novemberteststrickgarn. Es sind 4 Knäuel, eines hat sich versteckt.


Angorawolle"Suave"

100% Angora

50 Gramm/45 Meter

Preis: 10,49 Euro

Entgegen meiner Ankündigung im letzten Teststrick, dass wir diesmal aus der südamerikanischen Ecke rausgehen, stelle ich euch doch heute ein Garn vor, das aus Argentinien kommt. Kleiner Irrtum meinerseits.

Können diese Augen lügen?


Das Angorakaninchen, ein bildhübsches Lebewesen, hat eine wirkliche Besonderheit: seine Wolle. Diese wächst ständig nach und so muss 4x im Jahr geschoren werden. Und das ist ein wirkliches Muss, sonst würden diese Tiere krank. Ja, ihr lest richtig, sie werden geschoren. Auch ich hab da wieder etwas dazu gelernt, denn ich war der festen Überzeugung, sie würden nur ausgekämmt. Ich habe gelesen, dass die kleinen Nager sich sogar auf die Schur freuen und  anschließend  das Lecken und Putzen richtig genießen. Ca. alle 84 Tage werden sie vorsichtig "nackelisch" gemacht, selbstverständlich ohne sie zu verletzen. Es gibt wohl aber auch einige Rassen, die werden nur gekämmt.

Produkte aus Angora finden wir in z.B. in  Bettwaren und  als wärmende Unterwäsche, wobei man sich hier seine schweißabsorbierenden und wärmehaltenden Eigenschaften zu Nutze macht. Ich erinnere mich sehr gut, dass mein Vater in meiner Kindheit im Winter immer einen Nierenwärmer aus Angora unter seinem Unterhemd trug, der ihm den Rücken schön warm hielt. Meine Großmutter hatte einen Schulterwärmer, war der festen Überzeugung, Angora ist gut bei Rheumatismus und meine Mutter hatte eine wollweiße Angoramütze, die ich geliebt habe, denn wenn man sie in den Händen hielt, hatte man das Gefühl, man streichelt sein Haustier, das ich nie haben durfte.

Bei meinen Recherchen zum Testgarn  war interressant zu lesen, dass während des 1. und auch während des 2. Weltkrieges die Zucht von Angorakaninchen enorm angestiegen war, danach aber wieder sehr einbrach. Die Charaktereigenschaften dieses Rohstoffes wird also nur in sehr schlechten Zeiten intensiv genutzt? Das wird wohl so sein, denn ab und an sehe ich zu Beginn der kalten Jahreszeit das ein oder andere Produkt aus Angora in den Warenhäusern, aber von einem regelmäßigen Angebot kann man da  wohl nicht sprechen. Und selbst in Strickerkreisen lese ich selten bis nie von Projekten aus Angora. Und ich glaube auch den Grund dafür zu kennen.......aber dazu später.

Unser Testgarn, also genauer gesagt die Kaninchen und die Produzenten, kennt Herr Pascuali sogar persönlich, ja, da staunt ihr. Seit über 50 Jahren ist diese Familie aus Argentinien in der Angorakaninchenzucht tätig, es gibt keine Stallhaltung, sondern ein wunderbares Kaninchenleben in der freien Natur. Na, sowas hört man doch gerne!


Aller Anfang beim Verstricken eines unbekannten Garnes ist die Maschenprobe. Angegebene Nadelstärke ist die 6, also gut, dann fangen wir auch damit an. Etwas größer auch noch schnell ein paar Reihen und dann für die Mitte , nämlich 7,5 entschieden, jetzt kanns losgehen! Das Testgarn ist verzwirnt, also 2 Fäden sind miteinander verdreht. Es ergibt sich durch die verschiedenen Fadenstärken eine unregelmäßige Struktur, die Flauschigkeit sucht seinesgleichen...aber ohne Erfolg:-)) Sehr hier.....



Ich habe mich für das Stricken einer Mütze entschieden in Memorandum an meine Kindheit, meine Mum und ihre Mütze. Und.....weil gar nichts anderes möglich war!


Die Flauschigkeit des Garnes ist die eine Seite, aber die Fusseln und Flusen  die andere......



Ihr wißt ja, mich , was sich sage, was ich tue, was ich schreibe und selbstverständlich auch was ich teste gibt es hier nur authentisch. Was es hier in meiner Wollwelt zu lesen gibt, entspricht der Wahrheit und gefällt daher auch nicht jedem. Ich kann halt nicht immer "everybody darling" sein.... 

Und so hab ich in meinem 8. Testbericht  von Pascualigarnen auch mal etwas Negatives anzumerken:

Dieses Garn flust sehr...und wenn ich sehr sage, dann mein ich auch sehr...lach. Es ist ja jetzt nicht so, als wüsste man nicht, dass Angoragarn flust, das ist ja allgemein bekannt. Es ist auch nicht so, als würde die Suave mehr oder weniger fusselt als anderes Angoragarn. Es gehört eben neben ihren vielen schönen Charaktereigenschaften wie ausgesprochene Weichheit, gute Verstrickbarkeit, tolle Wärmehaltung auch ein Nachteil: man sieht beim Verstricken halt selber aus wie ein Kaninchen, kämpft mit Flusen im Gesicht und sollte tunlichst vermeiden, dunkle Kleidung zu tragen. Denn sonst schaut man so aus.......


Aber zu eurer Beruhigung, nach dem 1. Waschen ist es viel besser. Sie flust natürlich immer noch, aber es ist wirklich viel besser. Natürlich hab ich auch mal recherchiert, was das Netz denn zu dieser Fusselproblematik so zu sagen hat: 1. "mehrere Tage in die Gefriertruhe"..keine Ahnung, was das bringen soll, sie tat doch wieder auf...lach....2. 1 Eßl. Glycerin ins Waschwasser...das könnte man ja mal ausprobieren, Glycerin ist geruchslos...3. gut ausschütteln und mit Haarspray einsprühen...oh nee, dann verkleben doch meine ganzen schönen flauschigen Angorahaare!

Der Mond ist aufgegangen.......oder eine Sonnenfinsternis?


Einfache Mützen brauchen hier keine Anleitung, ich weiß ja genau, wie dick mein Kopp ist...lach. Für dieses Modell hab ich 60 Maschen auf NS 6 in 1re/1lks angeschlagen und nach 7 Zentimetern Bündchen auf 7,5 gewechselt. Da ich mich wieder für ein gepfuschtes Patentmuster entschieden habe, gab es keine Zunahmen nach dem Bund und bei meiner gewünschten Gesamtlänge von 24 cm hab ich nch 22 cm in den letzen 2 Runden immer 2 zusammengestrickt.

Eine ähnliche Anleitung findet ihr aber hier.

Vor dem Waschen ist ein Mütze eben eine Mütze. Ich aber möchte eine andere Form, ein Beret haben. Ich hab sie für euch aber mal angezogen, um den Unterschied der Passform zu verdeutlichen.

Alles passt, wackelt und hat Luft.....von hinten alles prima! Das Maschenbild ist noch etwas unregelmäßig, nicht zu vermeiden bei diesen dicken Nadeln und einem "Fastdochgarn".



Sie liegt angenehm weich um den Kopf, die Ohren passen rein......alles mit etwa 2,5 Knäueln.


der Nacken ist schön warm mit eingepackt, sie rutscht nicht und passt eigentlich perfekt. Aber....Frau Wollwelt möchte eine andere Form.....tja, da kann man ja was machen!



Und dafür brauchts ein schönes lauwarmes Bad, selbstverständlich im Handwaschbecken und nicht in der Waschmaschine!

Eigentlich soll man Strickstücke aus Angora möglichst wenig waschen, denn diese naturbelassenen Fasern verfügen noch über einen eigenen Ölgehalt, der auch wasserabweisend ist. Für den Test wird sie natürlich doch gewaschen, wie auch sollte ich euch sonst erzählen können, wie das Garn darauf reagiert und eine andere Mützenform ginge dann auch schlechter.

Also bitte, sie hat es schwer genossen.


Und wie immer hat sich mein Strickstück schön entspannt, aber nur minimal vergrößert. Das Maschenbild sieht sehr gut aus und die Fluserei ist besser. Und jetzt kann das gute Stück zum Spannen auf einen Eßteller und in Ruhe trocknen. Mein Zwiebelglas hat da den richtigen Durchmesser für das Bündchen, also ihr seht richtig.....das da unten sind wirklich meine Schalotten und da ja oben der Teller liegt, kann auch nichts reinflusen.


Und dann ist es fertig, mein Angora-Beret und es bleibt auf jeden Fall bei mir. Modelln wird es jetzt aber Frau von Welt, ihr wißt schon, mein Sensibelchen, die schon wieder beleidigt war, weil ich ein paar Mützenbilder ohne sie gemacht habe.

"Roger Rabbit"


Steht ihr wirklich gut, das gesteh ich neidlos ein. Ich bin auch sehr zufrieden mit der gewünschten Passform. Das Material ist so flauschig, dass meine Canon das Beret gar nicht scharf stellen kann, Frau von Welt hingegen schon..lach..das hab ich auch noch nicht gehabt.


Was  ein Teller und ein Zwiebelglas doch so alles bewirken können...lach.


Bis auf die Tatsache, dass man diese schöne Mütze zwar an einem Tag stricken kann, anschließend aber erstmal etwas länger damit beschäftigt ist, sich von einem Karnikel, wenn auch einem zauberhaften, wieder in einen Menschen zu verwandeln, ist auch dieses Testgarn wunderschön. Ich persönlich könnte wegen der Flusen nichts anderes als eine Mütze aus diesem Garn tragen, da ich diese aber 1. nicht täglich und 2. nicht 24 Stunden auf dem Kopf habe, ist eine Kopfbedeckung ein Kompromiss, den wir zwei geschlossen haben. Dieses Garn gewinnt erst auf den 2. Blick, auch bei mir.

Ein echter Hingucker ist mein Roger Rabbit, warm und edel. Und wenn es stürmisch ist, dann bewegen sich alle Haare lustig im Wind....das hat schon was!

Und im Dezember gibts  ganz was Feines....

Eure Andrea

Freitag, 21. Oktober 2011

Teststrick Oktober: Harry, nicht Horst!

Kennt ihr den schönen Harry? Den Freund von Horst. Nein, kennt ihr nicht? Aber ja doch, bestimmt!!!

Harry ist das zuckersüße Alpaka aus dem Leipziger Zoo, der beste Freund von Horst, dem Lama. Und wer die 2 Hübschen noch nicht kennt, hier gibts ein paar nette Fotos.

Na, jedenfalls musste ich sofort an Harry, nicht an Horst denken, als das Testgarn für den Oktober eingetrudelt ist. Warum?
Na, d a r u m !!!

 

Tataaaaaaaa.......hier ist es, das Testgarn Oktober 2011:

Babyalpaka Los Andes

100% Babyalpaka

100 Gramm/ 100 Meter

Preis: 9,49€ pro 100 Gramm Strang


Ein schönes, dickes, weiches, leicht glänzendes Garn, das mich völlig begeistert hat. Und für diese tolle Qualität halte ich den Preis diesmal für den Oberhammer. Gestrickt wird diese Schönheit auf 5-6, es ist also prädestiniert für ein schnelles Strickstück in hoher Qualität. Ich, ich , ich...ruft der Hals.....erstmal, denn der Kopf hat dazu auch noch was zu sagen. Und die Hände schreien: her damit! Tja Leute, wo soll ich denn da anfangen, wenn alle gleichzeitig Wünsche äußern.


Der Test ist gestrickt mit der Farbe 404, ein ganz dunkles warmes Anthrazit . Aber es gibt noch 7 andere Farben, die mir ausnahmlos alle sehr gut gefallen, besonders 284...schön, nicht?

Dieses Babyalpaka kommt aus Peru und die Eigenschaften entsprechen zu 100% der Beschreibung im Shop von Herrn Pascuali. Heute muss ich euch ja sicher nichts über Alpakas und deren Heimat erzählen, die kennt ja eigentlich jeder und sicherlich hat auch fast jeder von euch schon einmal Alpakagarn verstrickt. Dieses hier hat aber noch diesen leichten Glanz, den ich sehr mag, der sich aber sehr schwer fotografieren lässt.


Das Strickbild ist auch schon vor dem Entspannungsbad sehr ordentlich und gleichmäßig. Es sind schon einige hellere längere Haare im Garn, die sich einfach mitstricken lassen und sich doch im fertigen Teil leicht optisch absetzen. Ich hoffe, ihr könnt hier erkennen, was ich damit meine.....


Das Babyalpaka flust leicht, nicht der Rede wert und völlig normal für diese Qualität, nach dem Waschen war es noch weniger. Nur zum Größenverständnis: das weiße ist ein T-Shirt und das Foto eine Makroaufnahme.


Beim Baden hat zumindest dieses tiefdunkle Anthrazit ziemlich schmutziges Waschwasser hinterlassen, nach dem 2. Spülgang war das Wasser aber sauber....kein Problem in Sicht, ausser man legt was Weißes dazu..lach.


So, und was hab ich da eigentlich gestrickt? Für den Test erstmal einen cowl, eines von diesen unverzichtbaren Winteraccesoires, die man immer und überall anziehn kann. Unsere Spiro hat sich einen dicken groben gestrickt, den ich so klasse fand, dass ich laut gerufen hab: den will ich auch! und zwar  dick und grob und warm! Herr Pascuali hat mir 500 Gramm geschickt und für einen cowl benötigt man 200 Gramm, ja, nur 2 Stränge, aber die ergeben einen Halswärmer, den ihr höchstens zum Duschen wieder ausziehen werdet. Ich liebe im Winter Patentmuster, wobei ich ja immer futele ,  mir dieses lästige Umschlaggedöns spare und einfach jede 2. Reihe eine Reihe tiefer einsteche. Ihr kennt das ja von meiner Pippilotta. Und genau die werd ich wohl aus dem Rest noch stricken, damit die Eifersücheteleien hier mal aufhören. Schaun mer mal......

Bei ravelry gibt es eine Anleitung, die meiner Version sehr ähnlich sieht. Aber eigentlich geht es ja auch ohne Anleitung, ist ja nur im Kreis stricken. Für Interessenten hier der Link zum "cupcake" .

Ich jedenfalls habe 84 Maschen aufgenommen, zum Kreis geschlossen, 3 Reihen in 1re/1lks auf NS 5 gestrickt und ab der 4. Reihe Patent auf NS 6. Die letzten 10 Reihen wieder nur 1 re/1lks auf 5 und dann abgekettet....fertig.

Vor dem Köpper in mein Wollwaschmittelschwimmbecken schnell ausgemessen: 60 cm Umfang und 26 cm Länge. Da ja angegeben ist, dass dieses Garn noch etwas nachgibt und ich auch noch Patent gestrickt habe, sollte das ja wohl klappen mit den anvisierten 65 cm Umfang nach dem Abhängen auf dem Wollweltschen Trocknungsschrubber.



Überraschung: es hat  fast geklappt. Endwerte: 64 cm sinds geworden und 30 cm Länge...perfekt! Und man glaubt es ja nicht...das Garn ist noch weicher geworden. 
Es soll auch nicht pillen, was ich mangels Gelegenheit aber noch nicht bestätigen kann.




Ich hab ihn heut morgen schon gut gebrauchen können, meinen "Harry, nicht Horst", denn es war der 1. Scheibenkratzmorgen und ganz schön frisch am bunten Niederrhein. ABer ich bin ja jetzt gerüstet!



Tja, was soll ich sagen, es gibt schon wieder nix zu meckern. Ich kann euch dieses Garn wirklich nur ans Strickerherz legen, ihr werdet nichts falsch machen, wenn ihr euch was Kuscheliges daraus strickt.  Und würde mir jemand ein Wollgeschenk machen wollen, dann käme dieses Garn ganz bestimmt ziemlich oben auf meine Wunschliste. Und nicht vergessen, 10 % Rabatt mitnehmen als Wollweltleserinnen und bei der Bestellung den Code eingeben.

Und im November gehen wir so wolltechnisch gesehen auch  mal raus aus der südamerikanischen Ecke und kümmern uns um kleine Hoppelmänner mit lange Ohren. Hattu Möhrchen?

Und jetzt ran an die Nadeln.....er ist schon auf dem Weg, der Winter!

Eure Andrea

Sonntag, 16. Oktober 2011

Eine erwartungsvolle Medaille und ihre 2 Seiten

Einen wunderschönen, sonnigen  und  sicherlich aufgeregten frühen Samstagmorgen zum 3. Ravelry-Treffen 2011 in der Heimat von fröhlichen, strickenden, häkelnden und spinnenden Rheinländerinnen. Mein Name ist.......
Ihr seid angereist von nah und fern, ihr bleibt nur einen Tag oder das ganze Wochenende. Wir Frechener freuen uns riesig, dass so viele von euch Zeit und Lust gefunden haben, dieses Wochenende gemeinsam zu verbringen, ich begrüße euch herzlich und hoffe sehr, ihr könnt diese 2 Tage füllen mit netten Begegnungen, interessanten Gesprächen,neuen Strickideen, schönen Wolleinkäufen und dem Gefühl, ein schönes Wochenende unter Gleichgesinnten verbracht zu haben. Viel Spaß euch allen!!!

Oder :

Liebe Strickgemeinde aus ganz Deutschland, liebe Ravelristinnen. Endlich, nach 1 Jahr langen ungeduldigen Wartens, vielen Vorbereitungen und  1000den posts eröffne ich heute endlich das 3. Ravelry- Treffen 2011 hier in Frechen. Mein Name ist..... und ich heiße euch herzlich willkommen.

Oder meinetwegen auch frei nach Brisko Schneider:

Hallo liebe Liebenden....

egal in welcher Form, ich hätte mir zu allererst mal eine Begrüßung gewünscht, denn das gehört sich einfach mal so, nicht mehr und nicht weniger. Jedes Event beginnt mit einem Willkommenheißen derer, die daran teilnehmen. Ein Geschäftsmeeting, ein Konzert, eine Fortbildung, selbst ein Gottesdienst oder auch nur das Treffen mit einer Freundin beginnt mit  einer Begrüßung mit welchen Worten auch immer. Es trägt wesentlich dazu bei, dass man sich auch  "Willkommen" fühlt, besonders aber  in einer Umgebung und einer Situation, die einem fremd und neu ist.

In Frechen: nichts, kein einziges Wort!

Und nur um es mal vorweg zu nehmen: es gab auch sonst kein Rahmenprogramm, rein garnichts. Aber ein solches Großevent funktioniert leider nicht  ohne einen Rahmen und so habe ich in vielen Gesprächen gehört, dass man sich vor kam wie an der Bushaltestelle und der Bus kommt nicht.

Hatte man einen Kurs gebucht, musste man sich mühsam die Infos zu den Wies und Wanns zusammensuchen, keine klaren Ansagen: der Kurs "Möbius Stricken" findet ....Uhr.....Raum... statt. Das großangekündigte tolle Catering (darüber breite ich jetzt mal den Mantel des Schweigens) findet ihr...., Getränke stehen .....zur Verfügung, um ...Uhr ziehen wir die "yarnpool-Gewinnerinnen", wer daran teilnehmen möchte, kann seinen Zettel mit ....Infos in die Loskiste an der Garderobe einwerfen.

Es war mein 1. Ravelry-Treffen, mein Kopf noch voll mit den vielen schönen Bildern und posts der letzten 2 in Backnang, den vielen liebevollen Kleinigkeiten, die man von dort lesen und sehen konnte und dem großen Wunsch, auch so etwas Schönes erleben zu dürfen.

Leider leider kann ich euch, die ihr nicht teilgenommen habt, nicht auch nur ansatzweise etwas Vergleichbares über das Frechener Treffen berichten, denn eigentlich hab ich für meine 18€ Eintritt ausser einem Dach überm Kopf, einem Stuhl, einer Toilette und einem Kaufangebot an Wolle, Stricknadeln, Sockenbrettern, Tuchnadeln und Knöpfen nichts geboten bekommen. Dabei bin ich doch von meiner Lebenseinstellung her eher diejenige, die sich  bei der "Wasserglasmetapher" doch immer für die Halbvollvariante entscheidet.Die Kurse, die ich aber nicht gebucht habe, waren allerdings kostenfrei, gehören für mich aber auch nicht zu einem Rahmenprogramm, sondern laufen unter spezielle Highlights.

Vorgestellt hatte ich mir ein buntes Rahmenprogramm, eine Verlosung der vielen angekündigten Garnspenden von bremont,  Artesano, Pro Lana, schöller-Stahl und Austermann, Lanamania, der wollerey und Schoppel. Ich habe nichts davon gesehen, auch nicht von den vielen kleinen Socken oder den Maschenmarkierern...mmmh....vielleicht hab ich das alles auch bei den zig Rundgängen übersehen.... Eine kleine Modenschau wäre schön gewesen, es stand doch eine große Bühne zur Verfügung, die aber nur ein einziges Mal genutzt wurde, damit Tina, ohne Mikrofon und sich die Lunge aus dem Hals schreiend, die 3 Gewinnerinnen des "Yarnpool" benennen konnte.Eine Moderation hatte ich erwartet, die einen mit Humor und Freude durch den Tag begleitet, Begeisterung übermittelt, die vielen Strickerinnen mit einbezieht in das Tagesprogramm und jede Teilnehmerin am Abend mit dem Gefühl nach Hause schickt, dass sie Teil etwas ganz Besonderen geworden war.

Schade.....es hat mir nicht gefallen auf dem Frechener Ravelry-Treffen und ich nehme mir wie immer die Freiheit, auf meinem blog auch meine Meinung kund zu tun, ohne jemand dabei verletzen zu wollen. Sicher bedurfte auch dieses Treffen viel Organisation, ohne Frage, denn es ist ja auch nicht aus dem Himmel gefallen. Auch dafür natürlich ein Dankeschön aus der Wollwelt, wenn gleich auch meine Erwartungen der Realität nicht Stand halten konnten. Und allen, die jetzt nach soviel kritischer Wahrheit meinerseits, die ihr ja in meinem blog kennt, ein wenig grimmig denken: "Soll sie es doch besser machen!" und mich gleich sicher wieder anonym aber wortreich beschimpfen werden, sei im Konjunktiv gesagt: Ja, hätte, würde, könnte ich auch....aber ich hatte diese Aufgabe nicht übernommen.


Aber wäre nicht das hier gewesen, dann wäre ich auch nicht so lange geblieben:



Selbstverständlich hatte ich schöne Stunden, tolle Gespräche und fröhliche Erlebnisse mit Menschen, die ich schon lange aus dem Internet kenne und endlich endlich persönlich kennenlernen konnte. Und ehrlich Ellen, Anja und Andrea, Heike und Brigitte, Elke und Kerstin...trotz allem und wegen euch hatte ich einen wunderbaren Samstag in Frechen.Und zu meiner Überraschung haben mich auch viele angesprochen, die mir unbekannt waren, aber regelmäßig in der Wollwelt lesen und mich begrüßt haben. Und so stellte sich dann auch bei mir langsam  ein "Willkommensgefühl"ein, das lange auf sich warten ließ. Was macht der Kater, Merle hat sich aber prächtig entwickelt, wie gefällts dir in der Kanzlei, die Pascuali-Garne sind ja toll, hab ich auch schon bestellt. Danke für die informativen Testberichte, von denen es im Netz viel zu wenig gibt. Ich war ganz gerührt.....

Herrn Wollwelt muss ich jetzt erstmal erklären, warum Herr Wollmobil ein eigenes T-Shirt hat und er nicht.....tja, da muss ich mir wohl was einfallen lassen..lach.


Ich sach mal so: wenn Herr Wollwelt so schöne Wolle hätte wie Herr und Frau Wollmobil, dann würde er auch ein eigenes shirt bekommen....


Zu diesem Wollkauf gibt es eine nette Geschichte, die ich gerne erzähle:

Mein Platz war genau gegenüber Kerstins Stand, die mich schon bei meinem Eintreffen herzlich begrüßt hat. Und so habe ich einige Stunden auf ihr extra für den gestrigen Tag preislich mit 5 € sehr ansprechendes Lacegarn gespinzt, dass auch weg ging wie warme Semmeln. Ich beobachte also Herrn Wollmobil bei der Arbeit und nach einiger Zeit geh ich auch mal hin und lass mir von ihm dieses Lacegarn in rot zeigen. Da kommt eine ernste Stimme von rechts: Du trägst doch gar kein rot!!! Mit einem sicheren Griff nimmt Kerstin einen wunderschönen blauen Strang aus einem anderen Regal und meint: Das hier ist was für dich! Ich hab so gelacht und sie hat den Nagel aber sowas von punktgenau mitten auf den Kopf getroffen.

Wunderschöne Blautöne, Punta Yarns MeriSock, 95% washable Merino + 5 %Polyamid, natürlich zu schade für Socken, aber erstmal reif zum guten Abhängen. Ich hab noch soviel anderes zu tun.....

Kerstin, jetzt haben wir 2 den versprochenen Kaffee schon wieder nicht getrunken....meine Schuld, ich habs vergessen. Also denk dran, wenn wir uns das nächste Mal sehen: Koffeinzeit mit Crema!!!!

Erkenntnis der Woche:

"Und ich habe mich so gefreut!" sagst du vorwurfsvoll, wenn dir eine Hoffnung zerstört wurde. Du hast dich gefreut - ist das nichts?

Marie von Ebner-Eschenbach

Einen wundervollen Sonntag wünsche ich euch allen und nach dem Ravelrytreffen in Frechen ist vor dem Ravelrytreffen in Bonn

Eure Andrea

Sonntag, 9. Oktober 2011

♥♥♥ Back in town ♥♥♥

Bin wieder dahaaaaaa, sogar schon 1 Woche. Hab auch schon  gearbeitet, die ganze Wäsche wieder im Schrank, die Luft aus dem Kühlschrank gelassen  und aklimatisiert bin ich auch. Hab mich  gut erholt, kann mich wieder konzentrieren, hab die Batterien aufgefüllt bis zum Anschlag, bin sehr entspannt und auch wieder leistungsfähig. Na prima, das war ja wohl auch bitternötig. Im November dann nochmal 2 Wochen Urlaub ohne Reise, nur ich und ich, darauf freu ich mich auch schon und dann kann die Winterzeit kommen mit all den blöden Tagen, die wir alleine durchstehen müssen.


Ein Weibertreffen gabs übrigens auch auf Lanzarote. Mit von der Partie waren andreagato von ravelry, die dort seit vielen Jahren lebt und Frau Regenbogen ist mit Familie angereist. Schnell wurde was organisiert und wir konnten einen ganzen Nachmittag zusammen verbringen. Dass der superschnell vorbei ging könnt ihr euch ja denken.....quassel, quassel, quassel und plötzlich Zeit rum...oh, schade, wir hätten noch 3 Tage durchquatschen können.

Und jetzt...also gut, dann ist jetzt eben Herbst, es ist ja nicht so, als ob ich diese Jahreszeit nicht mag, im Gegenteil. Und normal ist diese Wetterlage ja auch für den Oktober, also mach schnell meinen Frieden mit Regen und Nebel. Nutzt ja auch nichts.

Samstag ist  dann ist Frechen-Ravelry- Treffen und ich freu mich schon sehr und bin ganz gespannt, was da auf mich zukommt, denn es ist ja das 1. Mal für mich. Und da ich sogar eine freundliche Mitfahrgelegenheit angeboten bekommen habe, werd ich schon auf dem Hinweg neue Menschen kennenlernen und muss mir dazu auch noch keinen Kopp machen, wie ich bei Dunkelheit mit meiner Nachtblindheit am Abend nach Hause komme...besser gehts nicht! Ich weiß noch genau, wie voriges Jahr die Planungen begonnen haben und man immer dachte: " Das ist ja noch 1 Jahr!!!"...und jetzt sind es nur noch 6 Tage. Und für alle, die mich schon angeschrieben haben: Ja, ich bring ein paar Anhänger und Bommel mit, damit man sie im Original anschaun kann, die kleinen bunten Scheißerchen...lach.

Gestrickt wurde in der Wollwelt viel im Sinne der Resteverwertung. Ich habs ja schon mehrmals geschrieben: ich schmeiße keine Wolle weg, geht einfach nicht. Und da ich in vielen vielen Jahren viele viele Socken gestrickt habe, gibt es in meinem Haushalt viele viele  Kisten voller Sockenwollreste. Da ich nicht der Typ Mensch bin, der die Reste zu Decken oder anderen Großprojekten verarbeitet, hab ich mich für kunterbunte Socken entschieden, einfach alle Reste aneinandergenadelt. Socken sind Socken sind Socken und das Garn ist teuer und hochwertig, also dann los. 2 Paar sind schon fertig und auch schon schwups wieder weg, denn sie sind und machen  fröhlich und haben schon eine Liebhaberin gefunden.




Noch 2 gleiche Socken haben diese Reste ergeben:

Und diese hier sind aus sehr schöner Wolle/Bambus/Seiden-Mischung genadelt, da war das Stricken wie eine Wellnessbehandlung für die Hände.


Infos zu Garn und Anleitung findet ihr hier.

Mein aktuelles Herbstprojekt ist eine neue Jacke aus diesem Garn, ganz was Feines. Federleicht, mollig warm und in einer Farbe, die ein Foto nicht hergeben kann. Hellgrau mit vielen Grauschattierungen, ein Lacegarn mit 420 Metern auf 50 Gramm, also federleicht. Meine Güte, dagegen ist Sockengarn ja baumstammdick!

Und darum hab ich mich auch für die Jacke "Featherweight" entschieden, bei der dieses 2 ply Garn auf NS 4 gestrickt wird. Jaja, ich weiß, das ist doch nix für mich mit dem Lacegarn, aber in dieses Jäckchen hab ich mich verguckt und darum Augen zu und durch.....ich hab schon ein ganzes Stück und es geht ganz gut.


Ich bin immer noch beim 1. Knäuel, vielleicht 35 Gramm verstrickt und hab den Raglan schon fertig, die Ärmel stillgelegt und schon weitere 5 cm vom Korpus fertig. Sie wird ihren Namen völlig zurecht tragen...lach.  Infos dazu gibt es, wenn sie fertig ist.

Ich werde diese Woche auch noch das Pascuali-Teststrickgarn für den Oktober anschlagen, diesmal ein schönes dickes Baby-Alpaka....dazu aber bald mehr.
Erkenntnis der Woche:

„Eine Reise gleicht einem Spiel. Es ist immer etwas Gewinn und Verlust dabei - meist von der unerwarteten Seite.“

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter 

Hoffentlich sehe ich viele von euch in Frechen. Einfach auf die Schultern klopfen!!!!

Bis bald

Eure Andrea