Dienstag, 20. Dezember 2011

Tschüß 2011

Die letzte Post in der Wollwelt für 2011, dieses Jahr ist vergangen wie im Flug...schwups, weg war es! Ich hatte schon bessere Jahre, aber auch sehr viel schlechtere. Also blicke ich doch zufrieden zurück, denn ich hab es gesund und munter überstanden, keine Katastrophen in der Familie und im Freundeskreis, keine finanziellen Sorgen, gut genährt, immer noch glücklich verheiratet und vierpfotigen Familkienzuwachs hat es auch gegeben......doch, wenn ich das so lese, es war ein gutes Jahr, es geht uns allen bestens.

Lenny darf jetzt schon draussen Abenteuer erleben, aber es ist ihm zu kalt. Er geht zwar mal lauern, kommt aber sehr schnell wieder und legt sich auf seine absolute Lieblingsstelle: Die Fensterbank über der Heizung und wärmt sich auf. Auch von ihm gibt es heut den letzten Schnappschuss für 2011, der ist aber mal wieder typisch Lenny: Neugierde, dein Name ist Kater.

Einige Weihnachtsgeschenke sind schon auf leckeren Kaffeeeinladungen mit Stollen und Weihnachtsgebäck verteilt worden und  auch gut angekommen. Diese Couchsocken, kunterbunt und mollig warm, wärmen jetzt die Füße von Anika.



Als ich diese nette Anleitung gesehen habe war gleich klar, dass dies eine gute Alternative zu dicken Socken ist, mal was anderes und schnell genadelt.
 

Infos zu Garn und Anleitung findet ihr hier.

Eine schöne Mütze gabs noch dazu. Dieses WURM-Modell ist eine tolle Idee, sie sitzt perfekt und die Bündchenlösung finde ich optimal. Ich habe mich für 3 Naturtöne von Jamieson & Smith entschieden, nicht ganz billig, aber ein tolles Garn für Mützen, da wird Anika ein paar Jahre Spaß dran haben.


Ich mag diese Anleitung sehr, lange Haare passen wunderbar alle mit rein, sie ist modern und flott und sitzt anständig.


Frau von Welt ist auch zufrieden und der neuen Besitzerin steht sie auch ganz ausgezeichnet.
 

Infos zu Anleitung und Garn findet ihr hier.

Und Merle hat direkt auch eine bekommen, da kann sie mit Mama im Partnerlook laufen. Auch ihr passt sie ausgezeichnet und sie hat sie beim Spielen mal direkt angelassen, das ist ja wohl ein untrügliches Zeichen, dass nichts drückt oder piekst.


Diese Anleitung kann ich euch nur ans Herz legen, es lohnt sich!



2 Paar Restesocken sind zwischendurch auch fertig geworden, die zeig ich euch auch noch schnell.



Genau wie diese Dickerchen, gestrickt aus doppelt genommenen Resten, auch voll Sofa geeignet und ein schnelles Projekt auf  NS 3,5 und 48 angeschlagenen Maschen.



Mit ins Neue Jahr nehm ich ein Paar angefangene Socken, den "Featherweight Cardigan" und den Pascuali-Teststrick für Januar. Und weil ich in 2012 meinen Fokus auf größere Projekte wie Strickjacken , Pullis  u.a. legen möchte, hab ich mir jetzt auch mal so eine Trulla gekauft, die meine Maße hat und an der ich meine Strickstücke konfektionieren und zum Schluß auch fotographieren kann. Ich horte hier noch ein paar schöne Garne in größeren Mengen, die werden dann 2012 auch mal endlich verarbeitet und damit schaffe ich dann gleich mal Platz für Neues: neue Jacken und neue Garne ♥

Ihr wißt es ja, die Wollwelts haben es in der Weihnachtszeit immer schwer, seit unser Sohn nicht mehr bei uns ist. Es liegt mir aber am Herzen, euch allen schöne Tage zu wünschen, erfüllt mit wunderbaren friedlichen Stunden mit euren Lieben. Sie ist schon etwas Besonderes, diese Weihnachtszeit, sie berührt immer die Herzen und entschleunigt den Alltag. 

Ich freue mich schon sehr auf das Jahr 2012 mit unserer Familie, mit unseren Freunden und mit euch. Und ich bin sehr gespannt, was es uns allen bringen wird.
Bis bald

Eure Andrea

Montag, 28. November 2011

Teststrick Dezember: "Mother Nature"

Heute stelle ich euch den letzten Teststrick des Jahres 2011 vor und weil es kurz vor Weihnachten ist, ihr sicher noch von dem einen oder anderen nach einem Wunsch gefragt werdet, ist das letzte Garn auch wieder preislich Premiumklasse, welches man sich eigentlich nicht mal eben so zwischendurch zulegt. Aber für unter den Tannenbaum....ja, das wäre doch mal eine gute Idee, oder?!

Büddeschöööööön:

Magique Bison Cashmere

50% Bison und 50% Kaschmir

25 Gramm/ 160 Meter

Preis: 33,89 Euro/25 Gramm

Dieses Garn ist wieder ganz was Feines, die Mischung sehr luxurös, an Weichheit nicht zu übertreffen.....kommt mal näher......noch näher.......die Nase ganz nah an den Bildschirm.....na, schön isses, nicht?



Für diesen Teststrick habe ich 3 Stränge, also 75 Gramm zur Verfügung. DIe Farbe nennt sich graubraun, erinnert mich an Natur, nude, wirklich sehr schön. Das Garn ist  fein, perfekt für schöne Tücher mit Ajourmuster, nach dem Motto "Dünnes Garn und dicke Nadel"....lach, also nix für mich. Ich hab es darum doppelt verstrickt und  die NS 4 dafür gewählt.

Über Büffelgarn und auch über Kaschmir hab ich euch schon jeweils einen informativen Testbericht geschrieben, ihr wißt also, was es mit diesen Qualitäten so auf sich hat. Unnötig zu erwähnen, dass ich beide Tücher aus diesen Garnen täglich um die Wette trage und sie sehen aus wie am 1. Tag.. Warm, weich und superleicht....so mag ich es.

Auch dieses Garn ist wieder mal wunderbar! Kurze Fasern, keinerlei Fluserei (habs extra mit schwarzen Klamotten verstrickt), unheimlich flauschig, schaut  hier:


Colette hat uns kostenlos eine sehr schöne Anleitung für einen zarten Halswärmer mit Ajourmuster zur Verfügung gestellt, für die ich mich für den Dezembertest entschieden habe. Eine kleine feine Handarbeit, der chart leicht zu merken, fernsehtauglich, flott fertig und mit hohem Spaßfaktor.


Meine Güte, ist das weich! Schade, dass es kein Bekrabbel-Internet gibt, echt schade! Aber vielleicht können die vielen Bilder euch einen Eindruck davon hinterlassen, welche Schönheit ich hier wieder mal auf den Nadeln habe.


Ajourmuster sehen ja nach der Fertigstellung immer ziemlich schrumpelig aus, aus dem häßlichen Entlein wird  immer erst nach dem Baden und Trocknen ein wunderschöner Schwan. Flauschig, flauschiger, am flauschigsten.....gibts noch eine Steigerung? Sie würde mit Sicherheit zutreffen, schaut selbst....


Also gut, ab ins handwarme Nass und munter drauf los geschwommen. Nix passiert, nicht gefärbt, nicht gefilzt...alles im grünen Bereich. Wie auch alle anderen Testgarne von Pascuali ist auch dieses  nicht beleidigt, wenn es baden muss - im Gegenteil. Vorsichtig ausgedrückt, nochmal in ein Handtuch und nochmal gut ausgedrückt, über den Besenstiel gehangen, ein wenig in Form gezogen und trocknen lassen, das reicht völlig. Ich habe nichts mit Nadeln gespannt, Meine Besenmethode reicht völlig aus...lach.


Ich bin mit 2 Knäuel doppelt ausgekommen, fast jedenfalls. Und weil ich nicht das 3. Knäuel nochmal zu einem doppelten Faden umwickeln wollte, hab ich die letzten 2 Reihen aus einem Rest vom Yaktest  gestrickt. Das bedeutet, dass mein neuer kleiner Cowl 50 Gramm leicht ist, man merkt ihn gar nicht. Hier ist er, danke Colette für die Anleitung, er gefällt mir sehr gut und ich habe ihn seit seiner Fertigstellung auch schon oft angehabt. Er erinnert mich in Farbe und Garn an Mütterchen Erde und darum hab ich ihn auch so genannt:

Mother Nature



Mit offener Jacke liegt er locker um den Hals, gibt einem dieses Gefühl von wohlbehütet, sehr sehr schön!


Pfeift der Wind und man schließt die Jacke, dann schnell was höher ziehen und schon bekommt auch das Gesicht was ab vom Wohligsein.


Und auch der Nacken ist schön warm eingepackt. Also rundherum alles bestens, dabei vergißt man praktisch, dass man etwas um den Hals trägt. Na, wenn das nicht Luxus pur ist.....


Tja, was soll ich sagen, es gibt nix zu meckern, nur zu schwärmen. Auch dieses Garn kann ich mit bestem Gewissen weiter empfehlen, wenn gleich ich auch weiß, dass die hohe Qualität auch einen wahrlich hohen Preis hat.

Ach so, fast vergessen: Infos zur Anleitung findet ihr auch hier!

Ach übrigens, Herr Pascuali und ich haben noch nicht besprochen, was als nächstes getestet wird. Sollte also jemand einen Testwunsch haben...immer her damit!!!

Eure Andrea



Sonntag, 27. November 2011

Mister Bombastic

Heute ist unser Lenny schon 2 Wochen bei uns und da ist es wohl an der Zeit, dass ich auch mal über ihn berichte, den kleinen Macho ♥. Ich hab schon soviel emails bekommen mit Fragen, wie es Lenny und uns denn geht, da erzähl ich euch doch gerne etwas drüber.

Da standen wir also nachts um 22.15 Uhr mit unserem Weidenkorb in der Ankunftshalle des Düsseldorfer Flughafens und waren alle sehr aufgeregt. Alle? Ja, denn wir waren dort nicht allein, 6 Fellnasen kamen aus Marbella an und die neuen Dosenöffner erkannte man alle sehr gut an den Transportboxen , das war echt lustig. Man beäugelte sich ein wenig, aber dann kam sehr schnell ein Gespräch zustande...nett! Natürlich war auch Frau Demmler von Helfende Hände vor Ort, die Schutzverträge wurden besprochen und unterschrieben, die Schutzgebühr übergeben und natürlich nach der Landung die Kätzchen. Perfekt!!

Lenny ist ein zuckersüßer Tigerkater, für uns natürlich der schönste Kater auf der Welt..klaro! Dünn war er bei seiner Ankunft, die Hüften eingefallen und die Hüftknochen spitz hervorstehend. Sein Fell aber war  glänzend und schmuseweich, sehr gut gepflegt, die Ohren schön sauber. Laut seinem EU-Impfpasse ist er sehr gut versorgt, alles ist dokumentiert und ich kann mich nur wiederholen: Ich würde immer wieder eine Katze von Helfende Hände e.V. aufnehmen.

Jetzt würde man ja annehmen, so ein kleiner Kater wäre total verstört, wenn er in eine völlig fremde Umgebung kommen würde, aber unser Lenny fühlt sich seit der 1. Stunde hier wie zuhause. Eine ganze Woche hat er nur geschlafen und gefressen, arg knochig ist er jetzt auch schon nicht mehr, schlank aber immer noch. Er benutzt brav sein Katzenklo, er kratzt nur am Kratzbaum...perfekt!

Feste Schlafplätze hat sich der kleine Kerl auch schon eingerichtet. Hier ein kleines Schläfchen auf der warmen Fensterbank neben meinem Ohrensessel....


auf der weichen Decke im Bett kann man sich auch mal so richtig entspannt gaaaaanz lang machen. Und oft schläft er auch hier die ganze Nacht ganz nah bei mir, eingerollt und friedlich, bis ich aufstehe. Dann gibts Frühstück und ein paar Kuscheleinheiten, Klöchen wird benutzt, gescharrt bis der Arzt kommt, kleiner Rundgang...alles ok... und dann wird weiter gepennt.


die Wohnzimmercouch ist dafür auch bestens geeignet....


im Esszimmer hat er ein eigenes Bettchen mit Vogelkino...auch nicht schlecht!


Seit der 2. Woche geht Lenny auf Streifgang. Alles muss genauestens untersucht werden, kein Schrank ist zu hoch und keine Nische zu klein..überall wird geschnüffelt und ausprobiert, ob man da nicht reinpasst. Schranktüren? Kein Problem für unseren süßen Straßenkater. Mülleimer....sehr interessant und sicher früher überlebenswichtig. Ist er hungrig, geht er zum Mülleimer und raschelt an der Tüte...dabei braucht er das Wühlen im Müll doch  nicht mehr, er hat doch jetzt mich ♥ Nein, er bettelt nicht, ist da noch überhaupt nicht verwöhnt...aber ich arbeite dran...lach.

Beliebter Aussichtspunkt ist das Küchenfenster, so bekommt man immer mit, wer denn so kommt und wer geht....man sitzt praktisch mit der Nase am Ort des täglichen Geschehens .



Lenny ist sehr selbstbewußt und bedarf noch etwas Erziehung, die unser Mister Bombastic aber auch sofort versteht, denn er ist ganz schön schlau. Bei der Umsetzung sind wir natürlich noch oft "Katze", aber meistens klappt es schon. Er ist 3 Jahre alt, war davon mehr als 2 Jahre auf der Straße und den Rest im Tierheim...also musste er sich allein durchschlagen. Uns hier gibt er genau zu verstehen, was er möchte und vor allem, was nicht. Möchte er schmusen, dann kommt er, legt sich neben mich oder zu Klaus, mitten auf die PC-Tastatur am Schreibtisch oder ans Fußende auf der Couch. Möchten wir schmusen, aber er nicht: Klatsch, kriegste eine..ohne Krallen,  so als Vorwarnung. Kapierst du das dann nicht, weil er doch sooo süß ist: Klatsch und mal kurz mit den Zähnchen gezwickt. Ok, ok, jetzt haben wir es begriffen.

Mit Klaus rauft er gerne, ein liebgemeintes Spiel, das im Eifer des Gefechtes aber schonmal ein paar Kratzer kosten kann...Jungs eben! Klaus ist wohl auch das Alphatier, denn wenns Ärger gibt, dann ist der kleine Kater verschwunden, weiß ganz genau, dass er Unsinn gemacht hat. Obwohl Lenny schon mal zum Wiederholungstäter wird....z.B. auf den Fernseher springen, um auf den Schrank zu kommen....uiuiuih, das hat Herrschen gar nicht gerne....aber was denkt er sich denn, wie ich sonst da raufkommen soll, geht doch gar nicht?!?! Wenn Klaus zuhause ist, dann ist Lenny immer in seiner Nähe. Er erkennt ihn schon am Schritt, bevor er ihn überhaupt gesehen hat, sitzt schon im Flur und wartet, dass sich die Haustür öffnet. Bei mir macht er das auch und wie gesagt, er ist erst 2 Wochen da...Wahnsinn!


Leckerchen muss man sich hier verdienen, dafür mach ich mit ihm Clickertraining, ein ganz tolle Methode, mit seiner Katze in Kommunikation zu treten. Nach einer halben Stunde hatter schon raus, dass es nach dem Click erst ein Leckerchen gibt, egal, wie lange es bis zum Click dauert. Es macht ihm unheimlichen Spaß und mir auch. Dieses Training machen wir nicht immer zur gleichen Zeit, aber immer am gleichen Ort, auf dem blauen Sofa im Kinderzimmer. Und immer, wenn ich den Clicker nur in die Hand nehme und er dies sieht, springt er schon aufs Sofa, sitzt da und wartet. Ist er nicht im Zimmer und ich clicker...kommt er sofort! Das ist schon fest konditioniert und ich bin baff erstaunt, wie schnell das ging. Im Grunde ist das auch mein Ziel beim Clickertraining: Er soll ja bald auch Freigang bekommen und dies ist ein phantastische Möglichkeit ihm auch zu signalisieren, dass man wieder von der Arbeit zuhause ist.

An meiner Wolle hat er keinerlei Interesse, ich kann alles hier wie immer liegenlassen. An Spielzeug hat er allerdings auch kein Interesse, nicht an Duftkissen oder was auch immer. Als er aber das 1. Mal oben auch unserem Wohnzimmerschrank war, hat er dort ein Stoffvögelchen gefunden, das ich einmal geschenkt bekommen habe. Uih, da ist er aber einer kleinen Verwechslung erlegen, denn das kleine Vögelchen bekam sofort einen gezielt gesetzten Genickbiss und wurde dann auf dem Boden genauestens untersucht....wie jetzt, das kann man nicht essen, unerhört!

Lenny hat einige Verhaltensmuster, die ich von Katerchen nicht kannte, auf die ich im Internet aber Antworten gefunden habe. Ob die richtig sind, könnt ihr Katzenbesitzer mir ja vielleicht auch mal schreiben:

1. Er scharrt manchmal an seinem Futterplatz, wenn er nicht alles aufgegessen hat. Ich hab gelesen, dass er es einfach für später vestecken will oder es nicht so gut schmeckt...

2. Er scharrt auch manchmal an der Wohnungstür, nicht kratzen, nur scharren, denn diese Geräusche im Hausflur sind einfach zu interessant. Da muss man jetzt höllisch aufpassen, dass er nicht, pfeilschnell wie er ist, schwupp im Flur rumläuft. Grundsätzlich hab ich ja nichts dagegen, dass er sich auch im Hausflur auskennt, darum machen wir auch gemeinsam täglich einen Ausflug dorthin. Aber die Scharrerei an der geschlossenen Haustür geht einfach nicht. Wir haben schon ein Stück Teppichboden davor gelegt...kein Hindernis für unseren  Lenny, den schiebt er einfach weg..lach. Da hilft nur eine etwas lautere Stimme von Klaus, das hat er schon verstanden. WIr haben 2 Balkontüren, die doch nun wirklich mit ihren großen Glasscheiben die große Freiheit bedeuten, nein, daran macht er das nicht. Da liegt er völlig entspannt  vor und beobachtet das Geschehen, macht aber keinerlei Anstalten, dort jetzt unbedingt raus zu müssen. Nur diese große undurchsichtige Wohnungstür kann er nicht leiden. Vielleicht aber ist es auch der Geruch der Katze von unserem Nachbar über uns. Vielleicht hat es aber auch was mit dem Tierheim zu tun. Einen Grund wird es schon geben. Na ja, bald darf er ja auf Aussenstreifgang.....

3. Und was ich auch kaum glauben konnte: Er kann nicht miauen. Er versucht es, aber es kommt immer nur ein Krächzen oder gar kein Gräusch. Lenny ist stockheiser! Laut Internet gibt es wohl nicht wenig Katzen, die nicht mauzen, aber für mich ist das völlig neu. Kennt ihr eine Katze, die nicht miaut?

4. Er mag kein Trockenfutter, keine Sorte, ich hab von Royal Canin bis Aldi alles hier stehen. Im Tierheim gab es fast ausschließich Trockenfutter, natürlich eine spanische Sorte., hier rührt er es nicht mehr an. Er mag Nassfutter mit Huhn, Rind  oder Fisch..ich kaufe da Animonda und das Hausfutter von DM, weil zuckerfrei und mit mit hohem Fleischanteil. Aber im Gegensatz zu Katerchen mag Lenny auch z.B. das Huhn, das ich gestern für eine Hühnersuppe ausgekocht hab, Putenbrustaufschnitt, gekochten Schinken. Er kennt das alles sicher aus den spanischen Mülleimern...ich gewöhne ihn langsam um auf Katzenfutter, aber schadet ihm denn ein Scheibchen gekochter Schinken so einmal in der Woche ...ist doch Schwein?



Weil er ja sooo neugierig ist und überall mit der Nase dabei hängen muss, sind mir beim Fotographieren der Schäfchenmütze auch ein paar tolle Aufnahmen von Lenny gelungen, die genau zeigen, was für einen selbstbewußten keinen Macho wir da bekommen haben. Schaut selbst:




Klar, dass er uns hier schon voll um den Finger gewickelt hat, nicht? Stolzer Spanier!

Ich hoffe, ich kann noch lange ab und an mal von unserem Mister Bombastic und seinen Streichen hier erzählen....

Schönen Sonntag, Mädels, ich mach heut einen auf S+L+W...Stricken, Lenny, Wintersport!!!

Eure Andrea

Dienstag, 22. November 2011

Sie kann auch in lüla

Gaaanz ungewöhnliche Farbwahl in der Wollwelt, aber ich wollte einfach auch mal was Beeriges im Schrank haben. Und was mit Bommel...jawoll ja!. Und mit Mütze und cowl bin ich jetzt also eingelülat. Ich finde ja immer, Mützen kann man nicht genug haben, also büddeschön, hier ist noch eine:



Hier findet ihr Infos zu dieser wirklich einfachen Mütze, die aber ohne ein Muster auskommt, weil das Garn so schön ist. Ich habs 3fach genommen und mit 10er Baumstämmen gestrickt. Mangels so dicker Rundstricknadeln in Hin- und Rückreihen gearbeitet und dann zusammengenäht. Den cowl nach dem gleichen Prinzip.





Dieses Grobgestrickte ist ja der Renner in diesen Winter, aber ehrlich gesagt auch eine elende Plackerei mit den dicken Nadeln. Doch in 2 Tagen hat man Mütze und cowl fertig, na, das ist doch mal ein Erfolgserlebnis.


An die Beerentöne muss ich mich noch gewöhnen, finde sie ganz nett, aber gegen mein heißgeliebtes Blau können sie nicht anstinkern.

Wir lesen uns wieder am 1. Dezember....dann kommt der Dezembergarntest. Fertig ist er schon, aber es ist halt erst der 22. November☻☺☻☺

Montag, 21. November 2011

Sheeps in blue

Manchmal hat man ja ein gut gehütetes Schatzkästchen mit besonderen Garnen, die nur darauf warten, einer besonderen Bestimmung zugeführt zu werden. Da kann dann auch schon mal das eine oder andere Jährchen ins Land ziehen. Und urplötzlich ist der Zeitpunkt da!

Ich jedenfalls hab schon seit ein paar Jahren so eine kleine Kiste mit Jamieson & Smith Shetlandgarnen, noch gekauft bei Wolle & Design, als die Kaufmanns noch die Besitzer waren und alle Garne im Ausverkauf zu stark verminderten Preisen angeboten wurde. Das ist schon lange her.

Letzten Donnerstag hab ich dann bei ravelry die Anleitung für meine Garne gefunden, gekauft, ausgedruckt und sofort angefangen!


Gestern war sie bereits fertig, schnell alle Fäden vernäht, schönes Entspannungsbad und hier ist sie auch schon:

Sheeps in blue 

Das Schöne beim fair-isle Stricken ist ja, dass man immer nur mit 2 Farben gleichzeitig strickt. Ich hab mir 9 Farben ausgesucht und das Ergebnis gefällt mir so richtig gut. Ich will ja immer eine andere Mützenform, ein Beret, und so musste das gute Stück wieder auf einen Teller. Ist in der Anleitung auch so vorgesehen.

 
Und so schaun meine blauen Schäfchen aus....


und so schaut meine Mütze von oben aus......


und so schau ich damit aus.... hab sie heut morgen natürlich direkt angezogen, kalt genug war es ja....


und wie immer bin ich total begeistert von der "Tellermethode", sitzt bei meinem Blötschköppken wirklich immer perfekt....


47 Gramm wiegt das bunte Etwas, ist aber lecker warm. Die jumper weight von Jamieson & Smith ist ja im Griff ziemlich störrisch beim Stricken, nicht kratzig. nur störrisch. Nach einem schönen Bad in Wollwaschmittel ist sie aber schon viel weicher und dieses Garn wird eigentlich von Wäsche zu Wäsche schmusiger.

Im Original ist diese wunderschöne Mütze in Naturtönen gestrickt, hier seht ihr die Wollweltversion, in der ja blau nicht fehlen darf. Für kleines Geld könnt ihr die Anleitung, die sehr gut erklärt und fehlerfrei ist , über ravelry oder direkt auf Kates Seite kaufen. Sie hat noch viele schöne Mützenanleitungen, das wird also nicht mein letztes Kate Davies Beret sein.
Auf jeden Fall hab ich seit gestern einen lustigen bunten Herbstbegleiter, der in 3 Tagen fertig war, unheimlich viel Strickspaß zu bieten hatte und perfekt passt. Und.....auch schon Lust bekommen?

Sonntag, 6. November 2011

Lenny

In diesem Sommer haben wir im August  unser Katerchen verloren.

Schon ein paar Tage war er nicht nach Hause gekommen und ich war sehr besorgt - war es doch das 1. Mal, dass so etwas seit 1 Jahr vorgekommen war. Tagelang haben wir alles abgesucht, Tasso Bescheid gegeben, Zettel aufgehangen, alle Menschen beim Spaziergang, egal ob mit oder ohne Hund, gefragt, ob sie ihn gesehen haben. Nein, jeder kannte den Kater, aber niemand wusste etwas genaues. Ich ahnte schon sehr früh, dass etwas passiert sein musste, aber wie gesagt, ich konnte ihn einfach nicht finden.

Nach 1 Woche hat  der Hund einer Nachbarin auf einen typischen Geruch angeschlagen. Man konnte nur noch das letzte Schwanzende erkennen, ich weiß nicht, was passiert ist, vermutlich ein Auto. 

Durch die intensive Sucherei und das Klingeln an vielen unbekannten Türen haben wir seine richtigen Besitzer gefunden. Und obwohl er nicht mehr bei uns ist, kennen wir jetzt wenigstens seine Geschichte und wissen: er hat seit 2005 ein wunderbares Leben gehabt.

Sein Name war Jimmy und er kam 2005 , gerettet von einer Tierschützerin aus einer Tötungsstation aus Spanien, nach Deutschland zu Chris und ihrer Familie. 

Ein paar Jahre haben sie in einem anderen Stadtteil gewohnt, Jimmy war  ein Freigänger, kam aber immer nach Hause. Er hat liebevoll einen 2. kleinen Spanier großgezogen und ihm alles beigebracht, was man als Kater wissen muss . Mit seinem tollen sozialen Charakter hat er alle Herzen im Sturm erobert. Trotzdem war er ein Einzelgänger. 

Dann kam Anfang 2009 ein Umzug in ein neues Haus und das hat ihm überhaupt nicht gefallen. Obwohl kastriert, hat er seinen Unmut täglich gezeigt, alles angespritzt und blieb lieber draussen. Seine Menschen gaben dann noch 3 weiteren spanischen Katzen ein neues Heim und das war ihm dann endgültig zuviel und er blieb weg, kam nur ab und an mal schnell schaun, ob die 3 wilden Bienen immer noch da waren.

Zu dieser Zeit hatte er sich meine liebe Nachbarin Gaby als neue Bezugsperson ausgesucht, deren Zuhause gegenüber liegt. Er wurde auch dort als Besucher liebevoll aufgenommen und kam immer öfter, und wie wir heute wissen auch zu einigen anderen. Jeder kannte ihn hier und jeder hat ihn ohne Umwege in sein Herz gelassen.

Zu dieser Zeit trafen wir ihn auch schon mal auf unserem Balkon und er erzählte mir die ersten herzzerreißenden Geschichten, wie hungrig er doch sei. Dann nahm Gaby Anfang 2011 eine völlig abgemagerte Fundkatze bei sich auf, die rabenschwarze junge Coco, und hat sie mit viel Liebe und Geduld wieder hochgepäppelt. Coco hat sich zu einer wunderschönen Katze gemausert, doch Jimmy als Einzelgänger kam nur noch zu Besuch, denn die Ruhe, die der gemütliche Kater brauchte, fand er dann bei uns.

Dieser wunderbare Kerl hat 3 Familien glücklich gemacht. Chris hat ihn öfter beim Reviergang gesehen und wußte immer, es geht ihm gut. Gaby und ich haben uns immer kurzgeschlossen, was das Katerchen angeht, der allerdings bei ihr Schnuppel hieß. Bei ihr gabs Trockenfutter, bei uns Nassfutter. Ich war für Zecken und Flohprophylaxe zuständig, sie hatte eine Versicherung, falls er zum Tierarzt musste wegen einer Operation. Und wir alle 3 haben ihn dann gefunden, den Chip ausgelesen und wußten Bescheid: ein tolles Tier, dassuns allen  viel Freude bereitet hatte, war nicht mehr da.

Fast 3 Monate haben wir getrauert und Wunden geleckt. Und jetzt haben wir uns entschieden:

Wir geben einem neuen Spanier ein Zuhause. Dieser kleine Kerl kommt nächsten Freitag in Deutschland an und wir holen ihn am Flughafen ab:
 Lenny, der neue Katerkürten und Chef im Hause Wollwelt.

(ausgeliehen von Andrea Demmler, zergportal.de)


Jetzt wird so mancher sagen: Wieso ein Spanier, wir haben doch genug Katzen in unseren Tierheimen! Das ist auch nicht von der Hand zu weisen, ich hab auch im hiesigen Tierheim eine Anfrage zu einem auf der homepage abgebildeten Kater gestartet. Keine Antwort, aber die Beschreibung wurde von der Seite genommen. Tage später eine kurze Info, der Kater wäre weg und ich sollle kommen, es wären ja genug Katzen da. Dann hab ich mich überall über das Tierheim informiert und Dinge gehört, die mir überhaupt nicht gefallen haben. Nein, Freude an Tieren hörte sich anders an.

Eines war klar für mich, ich kann nicht einfach so in ein Tierheim und dann wieder gehen...nicht ohne alle Tiere mitzunehmen. Für uns gab es also nur einen Weg, das Internet, und dort haben wir dann Helfende Hände gefunden . Es gibt sehr viele Tierschutzorganisationen, Klaus und ich  haben jede Menge  gelesen, recherchiert und uns ein Bild über die Seriosität dieser Organisationen gemacht. Sicher, schreiben kann man ja viel und Bilder sagen auch nicht immer die Wahrheit, aber ich habe da ja dieses Grundvertrauen, dass mich in meinem Leben bei meinen Entscheidungen selten getäuscht hat. Und so hab ich Frau Demmler  von Helfende Hände wegen Lenny am Abend des 1. November angeschrieben und hatte schon am nächsten Mittag einen Rückruf.

Frau Demmler und ihre Familie besuchen sehr oft im Jahr das Tierheim in Marbella, sie schreibt die Texte zu den Tieren selbst, macht alle Fotos und auch die Videos. Sie hat uns und unser äußeres Umfeld auf Herz und Nieren geprüft..lach..wir hatten ein sehr nettes langes Telefonat und mittlerweile auch sehr netten Mailkontakt. Es kommt am Dienstag noch eine Kollegin zum Vorbesuch und dann können wir ihn am Freitag in Empfang nehmen, denn auch die Flugpaten waren sehr schnell organisiert. Ich bin sehr angetan vom ganzen Procedere, finde die homepage sehr transparent, informativ und ansprechend, man merkt bei jedem Text die große Tierliebe. 

Wir sind jetzt ziemlich aufgeregt und neugierig, welchen Charakter denn unser neues Familienmitglied zu bieten hat, wenn er sich nach der anstrengenden Reise ein wenig eingelebt hat. Und da er sich im Tierheim mit über 300 Katzen alles teilen musste, wird er hier erstmal verwöhnt..klar, nicht? Katerchen brauchte ja kein Katzenklo, also haben wir jetzt eins gekauft, schließlich muss der kleine Lenny ja erstmal ein paar Wochen drinnen bleiben. Ein kleiner Kratzbaum wurde schon angeschafft, damit unsere Möbel außer Konkurenz bleiben..ein Versuch ist es ja wert...lach. Einen großen Weidenkorb haben wir  gekauft, für den Transport, aber auch als Schlafhöhle. Und ein weiches Katzenbettchen....ich weiß, ich weiß, er wird sich seinen Platz schon allein aussuchen, aber "Versuch macht kluch".

Seit Tagen basteln wir Spielzeug, damit wir drei auch viel spielen können. Klaus hat schon einiges aus Papprollen mit Leckerlis vorbereitet und ich hab mal die Häkelnadel rausgeholt und dieses Geruchsspielzeug genadelt.



Infos zur Anleitung und den Füllungen findet ihr hier.

Und ein Katzenfummelbrett  ist in der Vorbereitung, ich finde diese Idee einfach nur genial und sammle gerade adäquates Material. Und der Name ist so klasse...trifft es genau...pppftt,wer braucht schon ein cat-activity-center..lach.

Sicher wird es in der Wollwelt bald wieder ein neues Label über Lenny geben, denn ihr kennt mich ja, ich muss einfach niederschreiben, wovon das Herzchen  voll ist. Und da wir 3 uns ja noch kennen lernen müssen, der kleine Kerl nur Spanisch spricht, ich keine Ahnung habe, was er zu meinen Wollvorräten so sagt und das ganze für uns alle ein großes Abenteuer wird, muss das Stricken hier wohl eine zeitlang in den Hintergrund rücken . Man muss im Leben eben immer Prioritäten setzen....und jetzt stehen die Segel voll im Lennywind.

Erkenntnis der Woche:

Schon die kleinste Katze ist ein Meisterwerk.

Leonardo da Vinci, (1452 - 1519), italienisches Universalgenie, Maler, Bildhauer, Baumeister, Zeichner und Naturforscher

Eine schöne Woche für euch und bis bald

Eure Andrea 
 
Und unser Katerchen/Schnuppel/Jimmy werden wir niemals vergessen!

Montag, 31. Oktober 2011

Teststrick November: Roger Rabbit

Es wird jetzt bald kalt. Und es wiederholt sich jedes Jahr...dass mit dem Kaltwerden und dass mit dem Mützenstricken. Jeden Herbst aufs neue fang ich damit an und jeden Herbst aufs neue macht mir das Herstellen von dicken  warmen muscheligen Mützen unheimlichen Spaß. Ich stricke sie für mich, für Freunde, Familie....irgendwer braucht immer eine, wenn Väterchen Frost zu uns kommt, der in den letzten Jahren ja auch immer Frau Holle im Gepäck hatte und bei so netter Begleitung auch länger bleibt.....

Herr Pascuali jedenfalls dachte sich wohl, jetzt kriegt die Frau Wollwelt "mal was auf die Ohren" und schickte dies hier als Novemberteststrickgarn. Es sind 4 Knäuel, eines hat sich versteckt.


Angorawolle"Suave"

100% Angora

50 Gramm/45 Meter

Preis: 10,49 Euro

Entgegen meiner Ankündigung im letzten Teststrick, dass wir diesmal aus der südamerikanischen Ecke rausgehen, stelle ich euch doch heute ein Garn vor, das aus Argentinien kommt. Kleiner Irrtum meinerseits.

Können diese Augen lügen?


Das Angorakaninchen, ein bildhübsches Lebewesen, hat eine wirkliche Besonderheit: seine Wolle. Diese wächst ständig nach und so muss 4x im Jahr geschoren werden. Und das ist ein wirkliches Muss, sonst würden diese Tiere krank. Ja, ihr lest richtig, sie werden geschoren. Auch ich hab da wieder etwas dazu gelernt, denn ich war der festen Überzeugung, sie würden nur ausgekämmt. Ich habe gelesen, dass die kleinen Nager sich sogar auf die Schur freuen und  anschließend  das Lecken und Putzen richtig genießen. Ca. alle 84 Tage werden sie vorsichtig "nackelisch" gemacht, selbstverständlich ohne sie zu verletzen. Es gibt wohl aber auch einige Rassen, die werden nur gekämmt.

Produkte aus Angora finden wir in z.B. in  Bettwaren und  als wärmende Unterwäsche, wobei man sich hier seine schweißabsorbierenden und wärmehaltenden Eigenschaften zu Nutze macht. Ich erinnere mich sehr gut, dass mein Vater in meiner Kindheit im Winter immer einen Nierenwärmer aus Angora unter seinem Unterhemd trug, der ihm den Rücken schön warm hielt. Meine Großmutter hatte einen Schulterwärmer, war der festen Überzeugung, Angora ist gut bei Rheumatismus und meine Mutter hatte eine wollweiße Angoramütze, die ich geliebt habe, denn wenn man sie in den Händen hielt, hatte man das Gefühl, man streichelt sein Haustier, das ich nie haben durfte.

Bei meinen Recherchen zum Testgarn  war interressant zu lesen, dass während des 1. und auch während des 2. Weltkrieges die Zucht von Angorakaninchen enorm angestiegen war, danach aber wieder sehr einbrach. Die Charaktereigenschaften dieses Rohstoffes wird also nur in sehr schlechten Zeiten intensiv genutzt? Das wird wohl so sein, denn ab und an sehe ich zu Beginn der kalten Jahreszeit das ein oder andere Produkt aus Angora in den Warenhäusern, aber von einem regelmäßigen Angebot kann man da  wohl nicht sprechen. Und selbst in Strickerkreisen lese ich selten bis nie von Projekten aus Angora. Und ich glaube auch den Grund dafür zu kennen.......aber dazu später.

Unser Testgarn, also genauer gesagt die Kaninchen und die Produzenten, kennt Herr Pascuali sogar persönlich, ja, da staunt ihr. Seit über 50 Jahren ist diese Familie aus Argentinien in der Angorakaninchenzucht tätig, es gibt keine Stallhaltung, sondern ein wunderbares Kaninchenleben in der freien Natur. Na, sowas hört man doch gerne!


Aller Anfang beim Verstricken eines unbekannten Garnes ist die Maschenprobe. Angegebene Nadelstärke ist die 6, also gut, dann fangen wir auch damit an. Etwas größer auch noch schnell ein paar Reihen und dann für die Mitte , nämlich 7,5 entschieden, jetzt kanns losgehen! Das Testgarn ist verzwirnt, also 2 Fäden sind miteinander verdreht. Es ergibt sich durch die verschiedenen Fadenstärken eine unregelmäßige Struktur, die Flauschigkeit sucht seinesgleichen...aber ohne Erfolg:-)) Sehr hier.....



Ich habe mich für das Stricken einer Mütze entschieden in Memorandum an meine Kindheit, meine Mum und ihre Mütze. Und.....weil gar nichts anderes möglich war!


Die Flauschigkeit des Garnes ist die eine Seite, aber die Fusseln und Flusen  die andere......



Ihr wißt ja, mich , was sich sage, was ich tue, was ich schreibe und selbstverständlich auch was ich teste gibt es hier nur authentisch. Was es hier in meiner Wollwelt zu lesen gibt, entspricht der Wahrheit und gefällt daher auch nicht jedem. Ich kann halt nicht immer "everybody darling" sein.... 

Und so hab ich in meinem 8. Testbericht  von Pascualigarnen auch mal etwas Negatives anzumerken:

Dieses Garn flust sehr...und wenn ich sehr sage, dann mein ich auch sehr...lach. Es ist ja jetzt nicht so, als wüsste man nicht, dass Angoragarn flust, das ist ja allgemein bekannt. Es ist auch nicht so, als würde die Suave mehr oder weniger fusselt als anderes Angoragarn. Es gehört eben neben ihren vielen schönen Charaktereigenschaften wie ausgesprochene Weichheit, gute Verstrickbarkeit, tolle Wärmehaltung auch ein Nachteil: man sieht beim Verstricken halt selber aus wie ein Kaninchen, kämpft mit Flusen im Gesicht und sollte tunlichst vermeiden, dunkle Kleidung zu tragen. Denn sonst schaut man so aus.......


Aber zu eurer Beruhigung, nach dem 1. Waschen ist es viel besser. Sie flust natürlich immer noch, aber es ist wirklich viel besser. Natürlich hab ich auch mal recherchiert, was das Netz denn zu dieser Fusselproblematik so zu sagen hat: 1. "mehrere Tage in die Gefriertruhe"..keine Ahnung, was das bringen soll, sie tat doch wieder auf...lach....2. 1 Eßl. Glycerin ins Waschwasser...das könnte man ja mal ausprobieren, Glycerin ist geruchslos...3. gut ausschütteln und mit Haarspray einsprühen...oh nee, dann verkleben doch meine ganzen schönen flauschigen Angorahaare!

Der Mond ist aufgegangen.......oder eine Sonnenfinsternis?


Einfache Mützen brauchen hier keine Anleitung, ich weiß ja genau, wie dick mein Kopp ist...lach. Für dieses Modell hab ich 60 Maschen auf NS 6 in 1re/1lks angeschlagen und nach 7 Zentimetern Bündchen auf 7,5 gewechselt. Da ich mich wieder für ein gepfuschtes Patentmuster entschieden habe, gab es keine Zunahmen nach dem Bund und bei meiner gewünschten Gesamtlänge von 24 cm hab ich nch 22 cm in den letzen 2 Runden immer 2 zusammengestrickt.

Eine ähnliche Anleitung findet ihr aber hier.

Vor dem Waschen ist ein Mütze eben eine Mütze. Ich aber möchte eine andere Form, ein Beret haben. Ich hab sie für euch aber mal angezogen, um den Unterschied der Passform zu verdeutlichen.

Alles passt, wackelt und hat Luft.....von hinten alles prima! Das Maschenbild ist noch etwas unregelmäßig, nicht zu vermeiden bei diesen dicken Nadeln und einem "Fastdochgarn".



Sie liegt angenehm weich um den Kopf, die Ohren passen rein......alles mit etwa 2,5 Knäueln.


der Nacken ist schön warm mit eingepackt, sie rutscht nicht und passt eigentlich perfekt. Aber....Frau Wollwelt möchte eine andere Form.....tja, da kann man ja was machen!



Und dafür brauchts ein schönes lauwarmes Bad, selbstverständlich im Handwaschbecken und nicht in der Waschmaschine!

Eigentlich soll man Strickstücke aus Angora möglichst wenig waschen, denn diese naturbelassenen Fasern verfügen noch über einen eigenen Ölgehalt, der auch wasserabweisend ist. Für den Test wird sie natürlich doch gewaschen, wie auch sollte ich euch sonst erzählen können, wie das Garn darauf reagiert und eine andere Mützenform ginge dann auch schlechter.

Also bitte, sie hat es schwer genossen.


Und wie immer hat sich mein Strickstück schön entspannt, aber nur minimal vergrößert. Das Maschenbild sieht sehr gut aus und die Fluserei ist besser. Und jetzt kann das gute Stück zum Spannen auf einen Eßteller und in Ruhe trocknen. Mein Zwiebelglas hat da den richtigen Durchmesser für das Bündchen, also ihr seht richtig.....das da unten sind wirklich meine Schalotten und da ja oben der Teller liegt, kann auch nichts reinflusen.


Und dann ist es fertig, mein Angora-Beret und es bleibt auf jeden Fall bei mir. Modelln wird es jetzt aber Frau von Welt, ihr wißt schon, mein Sensibelchen, die schon wieder beleidigt war, weil ich ein paar Mützenbilder ohne sie gemacht habe.

"Roger Rabbit"


Steht ihr wirklich gut, das gesteh ich neidlos ein. Ich bin auch sehr zufrieden mit der gewünschten Passform. Das Material ist so flauschig, dass meine Canon das Beret gar nicht scharf stellen kann, Frau von Welt hingegen schon..lach..das hab ich auch noch nicht gehabt.


Was  ein Teller und ein Zwiebelglas doch so alles bewirken können...lach.


Bis auf die Tatsache, dass man diese schöne Mütze zwar an einem Tag stricken kann, anschließend aber erstmal etwas länger damit beschäftigt ist, sich von einem Karnikel, wenn auch einem zauberhaften, wieder in einen Menschen zu verwandeln, ist auch dieses Testgarn wunderschön. Ich persönlich könnte wegen der Flusen nichts anderes als eine Mütze aus diesem Garn tragen, da ich diese aber 1. nicht täglich und 2. nicht 24 Stunden auf dem Kopf habe, ist eine Kopfbedeckung ein Kompromiss, den wir zwei geschlossen haben. Dieses Garn gewinnt erst auf den 2. Blick, auch bei mir.

Ein echter Hingucker ist mein Roger Rabbit, warm und edel. Und wenn es stürmisch ist, dann bewegen sich alle Haare lustig im Wind....das hat schon was!

Und im Dezember gibts  ganz was Feines....

Eure Andrea