Mittwoch, 29. April 2009

Vom Dankeschön und seinen Variationen

Meine 1. Sätze in der heutigen Kolumne gehören euch, ja, euch allen.

Ein großes Dankeschön für all die netten Kommentare, die vielen emails und die ravelry-Nachrichten. Ich bin sehr stolz, dass euch Kuschel sooo gut gefallen hat und noch stolzer auf die Sätze zu meiner Kolumne. Schön, einfach schön, dass ihr euch auf den Mittwoch freut und es tatsächlich Leserinnen gibt, die von der Arbeit kommen, sich extra frischen Kaffee und Bonbons zurecht legen, den PC anschmeißen , sich in einen Sessel kuscheln und meine Kolumne lesen. Ich danke euch von Herzen.

Kuschel ist gestern auf die Reise gegangen. Es macht Urlaub und zwar eine Deutschlandstädtetour, ja richtig, auch ein Tuch braucht mal Urlaub...man muss auch gönnen können!! Es fährt unter anderem auch zum Stricktreffen nach Hannover bei Frau Strickreich von der wollerey am 9. Mai. Reisebegleitung ist Frau Wollich und alle, die sich bei Claudia zum zwanglosen Tätatät..hihi...treffen, können mein heiß geliebtes Kuscheltuch mal persönlich kennenlernen.....Autogrammstunde ist zwischen "Verkürzte Reihen Workshop I und II ".

Und weil ich einmal dabei bin....beim Dankesagen, mach ich da auch gleich mal weiter, denn man sagt dieses Wort ja eigentlich viel zu selten.

Manchmal gibt es ja Dinge im Leben , die kann ich auch mit meinem schier endlosen Vorrat an Toleranz für meine Mitmenschen nicht fassen. Jetzt kann ja nicht jeder immer und überall blendende Laune haben, hab ich auch nicht, aber ist man im Dienstleistungsgsgewerbe tätig und will sein Geld mit dem der Anderen verdienen, so erwarte ich einfach ein gewisses Maß an Freundlichkeit. Mein Gegenüber muss mich nicht gleich zur besten Freundin erklären, aber wer meine Kohle haben möchte, der muss auch meinen wirklich nicht zu hohen Erwartungen entsprechen. Da reicht schon ein Lächeln...so klein sind meine Ansprüche.

Bei der Deutschen Post, mit der ich ja einigermaßen viel zu tun habe, gibt es z.B. eine Oberhexe am Schalter, zu der ich überhaupt nicht mehr gehe. Sollte ich an der Reihe sein, wenn sie frei ist, lass ich immer jemanden vor, denn es besteht stets die Möglichkeit, dass sie auf ihren Besen springt und ecklig sabbernd und krächzend von dannen fliegt. Ich schwöre, morgens, wenn sie zum Dienst geht, wächst ihr eine Warze und ich meine auch, ich hätte schon oft eine Kröte, aber wenigstens einen schwarzen Raben auf ihrer Schulter hocken sehen. Sie kennt kein "Guten Tag", kein "Kann ich Ihnen helfen"..nein, nur ein keifiges "Ja!?"..uiuiuih..da schwillt mir schon der Kamm. Die ganze Frau signalisiert ihrem Gegenüber, dass sie überall lieber wäre als hinterm Postschalter und dass man höchstpersönlich daran schuld ist, dass sie wohl mit großem Getöse aus der Castingshow "BSSH -Blocksberg sucht Superhexe-" geflogen ist und ihren Kaffeesatz jetzt bei der Post verdienen muss.

Aber ein paar aussergewöhnlich positive Situationen hab ich euch heute zu erzählen und verbinde sie direkt mit einem großen Dankeschön...nochmals.

Ich habe ein bestimmtes Strickheft gesucht, Inspiration 32, weil ich schon vor langer Zeit bei Heike diese tollen Strümpfe gesehen habe und die Anleitungen einfach mal gerne im Schrank gehabt hätte. Lange hab ich danach gesucht....es war nicht zu bekommen. Ich hab dann mal Coats angemailt und um Hilfe bei der Suche nach diesem Heft gebeten und...... die nette Frau Sabatowski hat es mir kostenlos und sofort zugeschickt. Nochmal ein herzliches Dankeschön für diesen Service am Kunden, über das Heft hab ich mich sehr gefreut, aber noch mehr über diese Freundlichkeit, damit hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet. Ich schätze mal, Frau Sabatowski hat keinerlei Warzen..........

Auf der Creativa durfte ich am Stand von Kerstins Wollmobil die Schoppel Zauberbälle befummeln und war schwer angetan von diesem Garn, das ich aber auf keinen Fall zu Socken verarbeiten werde.....es darf eben nicht in Schuhen versteckt werden. Leider waren die von mir favorisierten Farben, Frische Fische und Fuchsienbeet, nicht vorrätig. Aber....man hat mir sofort zugesagt, dass ich die Garne im shop bestellen kann...zum Messepreis und versandkostenfrei!

Und genau das hab ich dann auch gemacht. Nach einiger Zeit hab ich mal nachgefragt, wo denn meine Bällchen bleiben...es waren schon 2 Wochen vergangen. Ohje, die arme Kerstin war bös erschrocken, denn sie hatte das Paket sofort weggeschickt. Sie hat sofort 2 neue Zauberbälle eingepackt und versichert verschickt...2 Tage später konnte ich sie in den Händen halten. Und eines will ich allen sagen, die dieses Garn noch nicht live und in Farbe gesehen haben...HAMMER! Auch für Kerstin ein herzliches Dankeschön für diesen Service am Kunden, sie kann ja keinen Cent verdient haben, aber ihre Freundlichkeit ist Gold wert.

Mutter Natur hat auch ein Danke verdient. Für den Spargel und die Drillinge und damit für mein absolutes Lieblingsessen in der Spargelsaison. Mmmmhhhhh.....dazu frischer Metzerschinken, frisch abgeschnitten, schön trocken und aromatisch. Die Drillinge noch schnell nach dem Abkochen in Olivenöl geschwenkt, scharf gewürzt...wunderbar zum milden Spargelgeschmack. Etwas Hollandaise...perfekt! Und dann auch gleich noch ein Dankeschön an Benny, den Metzger meines Vertrauens, der immer gute Laune und gute Preise hat.

Gestrickt wurde diese Woche im Hause Wollwelt natürlich auch, aber nicht viel. Dagmars Socken sind fertig und mit Kuschel auf der Reise. Und das neue Tuch hat auch ein paar Reihen bekommen, wollt ihr mal lauern...bütteschöööööööön!!!

Die meiste Zeit hab ich in dieser Woche mit der Ohrringkollektion verbracht. Herr Wollwelt konnte die Blindversuche und Brille auf - Brille runter Aktionen nicht mehr mit ansehen und hat mir eine Feinmechanikerlupe gekauft, er bekommt natürlich auch ein zuckersüßes Danke!! Das ist mein Arbeitsplatz, wenn ich Schmuck mache........


Wollkenlos ist aufgefüllt, aber ich zeige hier jetzt nur ein paar Exemplare.

Guilia


Mariah....Kundenwunsch und schon weg



Valentina, Kundenwunsch und auch schon weg


und 50 Maschenmarkierer...hier nur die roten. Wo doch jetzt alle Kuschel stricken möchten...lach.



Erkenntnis der Woche:


Dankkbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens


(Jean-Baptiste Massillon (1663-1742), frz. Hofprediger Ludwig XIV. u. Kanzelredner)


Sagt auch mal wieder Dankeschön....damit es nicht einmal zu spät dazu ist.

Bis nächste Woche

Andrea

Mittwoch, 22. April 2009

Von Bierkutschern und den Wegen zur Glückseeligkeit

Heute lästere ich mal so richtig ab, denn es gibt eine Person, die find ich manchmal echt unmöglich!! Ein Zwilling....du meine Güte, nicht Fisch - nicht Fleisch, mal hü mal hott, mal ja wenn eigentlich nein und umgekehrt..tja, eben 2 Seelen in einer Brust!

Und damit meine ich.......ihr kennt sie alle......nein, nicht den Boris...lach.......ich meine mich!!!

Ich bin sooooo schrecklich, manchmal einfach so nervig, eine richtige kleine verwöhnte Prinzessin auf der Erbse und ich kann wahrhaftig auch schimpfen wie ein Bierkutscher. Meistens weiß ich ziemlich genau , was ich möchte...und noch genauer, was ich nicht möchte....aber manchmal kommt es eben 1. anders als man 2. denkt. Im Grunde bin ich ja ein liebes Mädchen, aber wenn die "Andere" sich meldet.....Himmel, wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde...lach. Dabei werden sie und ich ja nächstes Jahr schon 100!!!

Am 22.Oktober habe ich jedenfalls energisch und lautstark verkündet, dass ich als Nonlacestrickerin jetzt aber doch und unbedingt und ganz schnell ein Tuch stricken werde, nämlich das "KUSCHEL" von der wollerey. Das ist heute auf den Tag genau 6 Monate her.

In diesen letzten 6 Monaten habe ich also am Tuch gestrickt, über das Tuch geschimpft, wieder dran gestrickt, es wochenlang ignoriert, wieder mal ein paar Reihen genadelt, noch heftiger geschimpft........und weiter ungefähr in dieser Reihenfolge. "Nie mehr in meinem Leben stricke ich ein saublödes Tuch!", "Diese endlosen Reihen, das ist ja sowas von oberaffenstinkelangweilig!", "Sollte ich nochmal ein Tuch stricken wollen, fesselt und knebelt mich und werft mich in ein Güllefass!"..............und Schlimmeres, dass ich wegen der Verteidigung meines guten Rufes in diesem elitären Kreis wirklich nicht niederschreiben kann, kam da so über meine Lippen.

Samstag hab ich es dann aber fertig gestrickt und abgenadelt. Tja, da lag dann ein komischer Haufen Verstricktes und Frau Pingel hat wieder schön rumgenörgelt: " Die rechten Maschen sind ja unmöglich, sieht ja aus wie durch die Futt gezogen! Total ungleichmässig, das kommt davon, wenn man keine Lust hat". Der Knubbel da auf dem Tisch wurde erstmal vermessen: 2 Meter breit und 66 cm lang.....aha! Jetzt also mal ein schönes Bad....dann werden wir weiter sehen. Aber Achtung, Heike hatte doch ihr Zigzag Top aus der Meline beim Waschen aus Versehen gefilzt und meine Thuja ist ja noch nicht schmuddelig...wie war das also nochmal mit den Wascheigenschaften? Ah ja, Dagmar hat gesagt, keine Temperaturwechsel, ok, dann nehm ich "Wolle kalt" und Wollwaschgel ..üüüüberhaupt kein Problem. Kann ja nur besser werden hier mit dem grünen Haufen!

Was da eine halbe Stunde später aus meiner Waschmaschine kam, war überhaupt nicht wiederzuerkennen.

Und dann kam sie, die Verwandlung vom Entchen zum Schwan, wow, und sowas von heftig!!

Eine Masche wie die andere, nix mehr zu finden von unregelmäßigen rechten Möchtegernemaschen. Ein federleichtes fluffiges Gestrick, ein wunderbares Maschenbild auch ohne Spannen.... ich war platt. Ok, jetzt mal her mit dem Ehebettchen, damit es trocknen kann. Nur den Mittelteil hab ich gespannt, den Rest schön glatt auf Herrn Wollwelts Schmusedecke "Knut" ausgebreitet und laaange schön gestreichelt.


So, trocken und bereit zur 2. Vermessung...uih..gewachsen, braves Mädchen...2,50 Meter x 76 cm, also nochmal einen halben Meter breiter und gute 10 cm länger.

Jetzt folgt eine Bilderflut, denn ich konnte mich wirklich nicht entscheiden. Um diese Grüntöne einigermaßen realistisch einzufangen, musste ich ziemlich mit Kontrast, Sättigung und Farbtiefe rumspielen, denn Grün gehört ja auch zu diesen unfotografierbaren Farben. Aber ich habs ganz gut hinbekommen. Ihr wißt ja, alle Bilder werden auf KLICK größer.

Kuschel am Rankgitter, das sehnsüchtig auf den "Wilden Herrn vom Weingut" unten links wartet......

Das nächste Bild zeigt Kuschel gefaltet, 3 Grüntöne aus Meline und 2 aus Perletta für die Krausrechtsreihen. Die Farben sind genau getroffen! Damit es sich unten nicht nach außen dreht, hab ich den Abschluss auch wie das Mittelteil in Krausrechtsreihen gestrickt, der Rest ist glatt rechts. Das ist doch wohl der Hammer, oder?!




Und jetzt mal zu den Fotos am lebenden Objekt. Kuschel reicht locker umgeschlagen bis zu den Kniekehlen. Könnte man jetzt vorne überkreuzen und hinten knoten, dann hätte man völlige Armfreiheit, aber......nö....gewürgt wird jetzt nicht beim Fotoshooting.


Aber...man kann es sich ja auch einfach rechts und links um die Ohren hauen...



Die Ärmchen reichen nicht für eine Spannweite von 2,50 Meter, aber ich streng mich wirklich an...... bin eben kein Albatros.


Ich hab einen sehr langen Oberkörper, darum reichen 76 cm mal gerade bis auf den Poppes. Diese Mittelteillösung finde ich einfach klasse, die gerade Mitte gefällt mir besser als ein spitzer Zipfel, ist dazu noch bequemer, weil man auf einem Stuhl nicht draufsitzt und auch die Passform am Hals ist sehr gut. Ich trage es hier über einer Jeansjacke und dieses Merino-Leinen-Gemisch liegt rutschfest auf den Schultern....klasse! Mal ehrlich, die Zupferei an rutschenden Tüchern ist doch schrecklich lästig, fast wie ein schlecht sitzender Slip...is doch waaahr!



Und ob ihr es jetzt glaubt oder nicht: was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!!!!

Ich bin so begeistert und darum hab ich mir überlegt:
Aus den mittlerweile beträchtlichen blauen und grünen Resten von Dagmars schönen Garnen stricke ich mir jetzt ein 2. Kuscheltuch, nicht zu glauben!! Und ich hab auch schon 20!!! cm......lach. Das ist mein nächstes Langzeitprojekt und wird ja dann statistisch gesehen bis zum Winteranfang fertig. Und sollte ich wieder zum Bierkutscher mutieren, wird es euch sicherlich sofort in den Ohren klingeln......



Erkenntnnis der Woche:

Das ist das Schöne an einem Fehler: man muß ihn nicht zweimal machen.

(Thomas Alva Edison (1847-1931), amerik. Erfinder)


So, jetzt geh ich mal schnell lauern, was ihr in der letzten Woche so alles getrieben habt...könnt mir ja viel erzählen, dass ihr immer brav seid...ich geh das mal lieber kontrollieren!!!!!

Bis nächsten Mittwoch

Eure Andrea

Mittwoch, 15. April 2009

Von der wilden Tilly und Judith, dem dummen Huhn

Es war einmal.....

an einem Ostersonntag anno 2009 in einer kleinen Stadt am Niederrhein.

Der Hochnebel lag über dem menschenleeren aber vogelreichen Park am Stadtrand, die traurige Sonne schaffte es nicht, ihn zu durchbrechen. Man konnte dem Ruf eines Käuzchens und dem TOKTOKTOK des Buntspechts lauschen. Die Luft war schwer und pollenschwanger. Es war scheißekalt und der blöde Kachelmann hatte mal wieder das falsche Wetter angesagt, der Doofkopp.....

In einem kleinen Knusperhäuschen aber lebte Frau Wollwelt mit ihrem Mann. Sie war guter Dinge, sang fröhlich in ihrer weißen Schürze ein Liedchen und rührte in ihren Kochtöpfen. Sie schnibbelte Schalotten, Paprika, Radieschen, Schnittlauch, rote Mangoldblätter und verschiedene Salate, wendete Hähnchenbrüstchen mit Estragon, Wein, Orangensaft und Rahmchampignons in der Pfanne und rührte eine Quarkspeise mit Cappuchino, Sahne und Amaritinis fleißig im Kreise. Sie bruzelte so vor sich hin, schüttete ein Glas Wein in die Pfanne und ein weiteres in den Koch und trällerte ziemlich laut alle Lieder mit, die das alte Radio so spielte. Und nein, die Sahne wurde nicht sauer........wohl aber Herr Wollwelt, der ja soviel Tamtam am frühen Morgen nicht so wirklich leiden kann! Also weiter jetzt....

Frau Wollwelt hatte zu diesem Osterfeste ihre Eltern eingeladen zum gemeinsamen Mittagessen und war sehr schwer mit den Vorbereitungen beschäftigt. Der Tisch wurde frühlingsbunt eingedeckt, die Gläser poliert und das Besteck auf Hochglanz gebracht.
Doch dann......

gerade will sie die Salatschüssel auf den geschmückten Tisch stellen, da sieht sie sie!!! Wie ist sie denn dahin gekommen? Geheimnisvolle Dinge geschehen in dem kleinen Haus am Niederrhein....
Frau von Osterhäsin hatte sich in ihr Sonntagskleid gehüllt und stand mitten auf dem Tisch. Und was war das?!?!?!....da hatte sie doch ihr kleines quirliges Hasenmädchen Tilly mitgebracht und Tilly sprang lustig im Kressebeet auf und nieder...tztztz......ja, war das denn zu glauben !!!! Bunte Eier lagen auf dem ganzen Tisch herum und die Kresse flog nur so durch die Luft...oh weia.

Frau von Osterhäsin hatte ihre liebe Müh, die Kleine aus den Kräutern zu fischen, und es war auch bis zum Kaffee noch nicht geschafft......Tilly hatte einen starken Willen, da war gaaaaar nix zu machen!!! Auch der stolze Hahn Jakob und seine schüchterne Henne Judith konnten nichts ausrichten, zumal das dumme Huhn auch überhaupt nicht von den goldenen Schokoeiern aufstehen wollte. Es wurde ein reges Treiben auf der Ostertafel, denn noch mehr Besuch kam ins Haus geflattert: Frau Stubenfliege, Ihre Hoheit - die Hummelkönigin, Hannah - das Rotkehlchen, aber...sie sind nur kurz geblieben, heute keinen Appetit auf Marmorkuchen, Florentiner und Eierlikör. Thekla, die alte Hausspinne aus der oberen Etage rechts hinter der Gardinenstange, war noch satt vom Karfreitagsinsekt und kümmerte sich wenig um das Getümmel unter ihrem Spinnennetz. Obwohl......die leckere Hummelkönigin hatte sie sofort erspäht hinter den dicken Gleitsichtgläsern.

Und so war dieser Ostersonntag wie ein lustiger Tag auf dem Bauernhof, allen hat es gut gemeckt, die Köchin war am Nachmittag auch wieder nüchtern (Scherz!!!) und nach einem Spaziergang zum Abschluss sind alle Menschen wieder ihrer Wege gegangen........aber Frau von Osterhäsin, das quirlige Hasenmädchen, das dicke Huhn,der stolze Hahn und die alte Spinne sind geblieben und wenn sie nicht gestorben sind, dann......springt Tilly immer noch in meiner Kresse rum!!!!
Leider hab ich nach den Vorbereitungen für ein Essen mit der Familie selbst immer üüüberhaupt keinen Hunger mehr.....ich glaube, nächstes Jahr muss meine Mama mal wieder kochen........


Die ersten Ohrringe für den Verkauf sind fertig! Neugierig?

Ihr wißt ja, wo ihr sie findet.....

Frau Wollich hat den Sockennotstand ausgerufen!!! Aber klar Dagmar......da kann man doch was machen. Der 1. ist schon fertig, natürlich aus Doppio. Größe 42, Frau W. aus E. lebt auf großem Fuße.

Und mein Tuch "Kuschel" liegt in den letzten Zügen, endlich.....Nächste Woche kann ich es sicher zeigen.

Erkenntnis der Woche:

Als wir noch dünner waren, standen wir uns näher.

Georg Kreisler (*1922), östr. Kabarettist u. Komponist

Euch allen mal wieder von Herzen eine schöne Woche und immer schön brav bleiben......
Eure ANdrea

Mittwoch, 8. April 2009

Vom Klaubertermann und wilden Tomaten

Endlich!!!!!!

Frühling!!!! Der Winterschlaf hat ein Ende........und die Frühjahrmüdigkeit fängt an....gähn!

Und trotzdem....man ist ein neuer Mensch, die Energien krabbeln aus allen Ecken, man werkelt den ganzen Tag, dekoriert wieder Haus und Hof, kehrt den Winterschmutz von den Balkonen, schrubbt Pflanzgefäße und Balkongeländer. Nach Monaten der sehr erfolgreichen Ignoranz für den Dreck auf den Fensterscheiben stören einen die Nebelschwaden urplötzlich kolossal und jedes Kissen und jede Decke in der Couch braucht auf der Stelle den Geruch von frischem Waschmittel. Der weltbeste Ehemann wird dauergenervt, weil man für den großen Kübel an der Schattenwand mit Rankgitter unbedingt jetzt gleich und sofort einen Wilden Wein haben möchte und für den Topf hinten in der Sonnenecke doch auch mal eine aromatische Cherrytomate, die es natürlich noch nicht gibt.......aber man will sie sofort und er fährt mit dem nervenden Eheweib ganz ruhig und geduldig die Gartencenter ab!! Der Wein ist schon eingepflanzt, die Tomate natürlich noch nicht und er ist und bleibt die Liebe meines Lebens......

So wie die Pflanzen die 1. grünen Triebe bekommen, so erwacht man auch selbst wieder aus der Wintergemütlichkeit, die ja auch ihre wunderschönen Seiten hatte. Hach ja, geliebtes Biathlon, Skispringen, Langlauf, Slalom......es war so schön mit euch, aber wir sehen uns erst im November wieder. Also schön fleißig üben im Sommer, damit ich im Winter wieder mit euch fiebern kann.......ich freu mich drauf! Auch die vielen gemütlichen Teestunden mit viel Kerzenlicht waren doch ein wirklicher Genuss, die heißen Grogs als Kältetherapie und natürlich aus rein medizinischen Gesichtspunkten, das leckere Wintergemüse, die Hektoliter Hühner-Rindfleisch -und Phantasiesuppen . Aber jetzt locken die frischen Radieschen, Kresse, Schnittlauch und Frühlingszwiebel, riesige Schüsseln mit knackigem Salat, kiloweise frischer Spargel mit jungen Kartöffelchen und Sauce Hollandaise und die Vorfreude auf das 1. Grillfest mit unseren Freunden, dass sicher nicht mehr lange auf sich warten lässt. Ich bin nämlich ein hemmungsloses Schleckermäulchen.

Frau Wollwelt geht sportlich gesehen nahtlos in den Formel 1 Zirkus über und auch dort ist sie mit ihrer Begeisterung nicht zu bremsen. Tja, meine Vorlieben auf der Sportebene sind eben breiiiiiit gefächert, schließlich und endlich ist es ja auch meine patriotische Pflicht, Nick Heidfeld zu unterstützen....er kommt ja aus Mönchengladbach.

Ich spüre den Frühling in geballter Ladung, genieße schon wieder die ersten Sonnenstunden auf dem Balkon und höre den leider wenigen Kindern hier beim Spielen zu: "Nee, die Özlem darf nicht mehr mitspielen, die sagt immer böse Wörter!!!! Die ist dooooof!!!!". "Gaaar nicht!!!!".

Meine schwarze Gazelle, ihres Zeichens meinereiner Drahtesel, wird vom Kellermief befreit, aufgepumpt, das Körbchen ein wenig bunt geschmückt und steht somit für kleine Exkursionen ins Landesinnere uneingeschränkt zur Verfügung. Der Poppes wird sich hoffentlich in diesem Jahr etwas früher dran gewöhnen, schließlich ist er noch ziemlich vom Ohrensessel verwöhnt. Dafür ist er schön breit und gut gepolstert.....der Sattel?nöööööö....der Poppes,leider...lach.

Irgendwie schauen alle Menschen viel freundlicher aus der luftigeren und bunteren Wäsche, man spricht wieder über "Dies und Das" am Gartenzaun in der Mittagssonne, die Verkäuferin im Laden wünscht plötzlich einen "schönen Tag noch", im Gartencenter kein Parkplatz mehr. Das 1. Baby ist geboren und hat meine Freundin Moni zur stolzen Oma gemacht: Willkommen bei uns, kleiner Julius Casper, bist ein hübscher Bengel und kerngesund. Dieses Ereignis wurde natürlich gebührend begossen bis in die Nacht und brachte dann auch den 1. Cremontschwips des Frühlings...ja wenn schon, denn schon!!!

Hallo liebe Sonne, liebe Wärme, liebe Tulpen, Ranunkeln und Narzissen. Und auch euch ein zugegeben etwas weniger freundliches Hallo, da seid ihr ja wieder, blödes Nasenjucken, doofes Augentränen und äußerst lästige Hautallergiepusteln, habt ihr es euch mal wieder nicht nehmen lassen, mich zu besuchen?! Das war doch nicht nötig! Wollt ihr etwa länger bleiben?! Waaaaas, bis nach dem Sommer?!?!?! Ok, dann muss ich wohl wegen der Nebenwirkungen zu meinem Arzt und noch häufiger zu meinem Apotheker. Aber wißt ihr was?!......ich lass mir von euch doch nicht die Laune vermiesen, neee, das schafft ihr nicht!!! Darum könntet ihr eigentlich auch gleich wieder abreisen....ja bitte!!!!





Stricktechnisch gesehen dominiert in dieser Woche das Adjektiv bunt, sehr bunt sogar.

Ich hab mal wieder Socken designed, sie sind auch schon gleich verkauft und auf der Reise.
Sie erinnern mich an den Klabautermann, der kleine Wicht mit roten Haaren und grünen Zähnen, der auf See den Kapitän vor Gefahren geschützt hat, wenn er das Glück hatte, den kleinen Schiffsgeist an Bord zu haben, darum bekommen sie auch seinen Namen.
Ach ja.....ich hab eine Anleitung geschrieben und man kann sie im shop kaufen.

Klabauter, Größe 38/39




Das nenn ich mal ein Farbfeuerwerk!! Ich hab sie aus 4 verschiedenen Doppios aus der wollerey mit quergestricktem Schaft gewerkelt, NS 2,5, ca.80 Gramm insgesamt. Hat richtig Spaß gemacht und ein perfektes Resteprojekt.


Und dann präsentiere ich euch mein 1. Paar Ohrringe, natürlich für mich, weil a) schön blau und b) der Prototyp und noch nicht ganz perfekt.
Zuerst habe ich die blauen Kugeln nassgefilzt und anschließend mit Sticktwist einfädig im Kettenstich bestickt. Dann wurde mit dem Zubehör gespielt und heraus gekommen sind diese Ohrhänger. Du meine Güte, man braucht zur Schmuckherstellung aber eine ordentliche Portion Feinmotorik, alleine diese Quetchperlen aufzufädeln ist für mich Blindschleiche eine wahre Herausforderung. Aber......das Ergebnis gefällt mir gut und der Phantasie sind üüüberhaupt keine Grenzen gesetzt. Jetzt bekommen alle Geburtstagskinder im Freundeskreis Ohrringe, ob sie wollen oder nicht...lach. Und zum Verkauf wirds bald auch welche geben.......


Den Tragetest haben sie fast bestanden, aber sie müssen 1 cm kürzer sein. Ich bleibe sonst immer an meiner Thuja-Weste hängen und mach sie mir kaputt und das darf ja auf keinen Fall passieren...ne ne ne, da hab ich was dagegen!!!!


Erkenntnis der Woche:

Frühling

Jene herrliche Zeit, in der wir alle ins Freie eilen, um endlich etwas frischen Benzindunst zu atmen.

(Carlo Manzoni, ital. Schriftsteller)

Joyeuses Pâques! Happy Easter!Buona Pasqua! Feliz Pascua! 复活节 快乐! Kellemes Húsvétot!
vrolijke pasen! Sretan uskrs! veselé velikonoce! ZA VELIKO NOČ vse najboljse! God Påske! Glad Påsk! Glaedelig Påske!

oder: Euch allen wünschen wir Frohe Ostern! Und bis nächste Woche in diesem Theater........

Eure ANdrea

Mittwoch, 1. April 2009

Von Frau Zirkeltraining und Herrn Völkerball

Könnt ihr euch auch noch erinnern an unseren Schulsport vor Hunderten von Jahren, ja genau der, an dem man ab ungefähr 14 leider nicht mehr teilnehmen konnte, weil man komischerweise wöchentlich "seine Tage" hatte?! In meinem Fall war es eine Doppelstunde Sportunterricht mit Frau Laufenberg, die Zirkeltraining und Völkerball liebte. Dieses saublöde Ballspiel, bei dem man ständig einen Volleyball vor den pubertären, aber hochgestylten grellgeschminkten und damit wie ein rohes Ei zu behandelnden Astralkörper bekam ......da musste man sich eben was einfallen lassen, damit die Farbe nicht brökelte oder die Nickitücher über den Knutschflecken nicht verrutschten. Am besten half eine Megamenstruation, denn dann durfte man in seiner Dank Badewanne hautengen Rifle Jeans, in die man nur mit Hilfe einer Zange reinkam, auf der Bank sitzen und ein wenig schadenfroh den anderen bei der Quälerei zuschaun. Übrigens waren wir eine reine Mädchenklasse...und damit war es auf der Bank auch schon mal ganz schön voll.

Unser Ausflug zur Creativa hatte auch sowas von Schulsport, genau, irgendwie auch Zirkeltraining und Völkerball. Aber ich will mal von vorne erzählen.

Uschi, Rieke und ich trafen uns also um 6.30 Uhr, kauften uns an der Bahnhofsbäckerei jeder eine leckere Tüte Frühstück und Café to go und machten uns ab 7.03 Uhr im Zug so richtig Spaß. Es wurde gebabbelt, gekichert, gekaut, gestrickt, also nix für einige Morgenmuffel im Zug, aaber wat mutt dat mutt......bis wir um 8.50 Uhr in Dortmund in die U-Bahn gestiegen und an der Westfalenhalle wieder ausgestiegen sind.


Der Zug war überhaupt nicht voll, draußen hats aus Fässern geschüttet, um Wuppertal sogar geschneit.....also nix mit "Wenn Engel reisen, lacht der Himmel"! Aber...das kann 3 älteren und noch schwer unternehmenslustigen Damen ja nun nicht wirklich den Spaß vermiesen.

Wir folgten dann einer weiblichen Endlosschlange und kamen gut getränkt in die "Heiligen Hallen". Und jetzt kommen wir zum Zirkeltraining!

Manchmal bin ich ja ein wenig naiv....oder etwas schwer von Begriff...kommt aufs Gleiche raus. Viele der Damen hatten Trollis mit, in unterschiedlichen Farben und Maßen, manche größer als mein Trolli für Kurzurlaube. Blondchen Wollwelt dachte jetzt: Meine Güte, haben die Ladys wegen des schlechten Wetters was zum Umziehen mit oder sind darin nur die benötigte Haute couture-Modelle für ein Brunch, den Five o´clock Tea und ein elegantes Dinner? Mussten sie den Inhalt ihres Kühlschranks einpacken, weil sie alle 2 Stunden eine warme Mahlzeit brauchen und der Campingkocher sollte auch noch mit? Oder noch schlimmer: haben sie Zelte und Bettzeug mitgenommen, falls die Bahn alle Züge zu Höchstpreisen nach Indien verhökert hat und sie auf dem Bahnhof ein Feldlager aufbauen müssen...dann kann man ja den Campingkocher auch gut gebrauchen?! Gibts hier vielleicht einen Zeltplatz im Innenhof? Dauert die Messe etwa 14 Tage und sie verbringen ihren Jahresurlaub in Halle 6? Wo sind denn die Golfplätze? Und wo der Wellnesstempel mit heißem Saharasand und den attraktiven und ebenfalls heißen Masseuren?

Aber zu meinem größten Erstaunen haben alle Frauen ihre noch leeren Trollis mitgenommen in die Messehallen, haben sie schön mit weiiiit ausgestrecktem Arm hinter sich hergezogen, um darin ihre erworbenen Schätze zu verstauen!! Jetzt könnt ihr ja mal versuchen, jede Reihe idiotensicher immer erst rechts mit verrenktem Hals ebenfalls nach rechts abzulaufen und zu versuchen, manchmal sogar in 3. Reihe die angebotenen kreativen Köstlichkeiten zu bestaunen. Oben am Ende eine Drehung und das Ganze zurück, Gang für Gang, damit man auch alles mitbekommt. Das allein ist ja schon schwierig genug.... und ich dachte schon, dass ein Wellnessbereich für eine schöne Nackenmassage wirklich nicht das Schlechteste wäre..........., wenn man aber auch noch ständig über einen Trolli stolpert, weil man ja schlecht nach rechts und auch noch nach unten schauen kann, um nicht auch noch gepflegt auf die staunende Schnauze zu fliegen und sich dabei fast den Hals zu brechen.....ja, muss das denn sein?! Die Trolliidee an sich ist ja nicht schlecht, aber kann man ihn denn nicht an der Garderobe abstellen und zwischendurch mal mit seinen Schätzen befüllen gehen? Ich fand diese Hunderte von Trollis nicht nur lästig, sondern sogar gefährlich und hatte die Nase gegen 14 Uhr auch gestrichen voll davon. Sauerstoff war auch nicht mehr viel da, genauso wenig wie Woll- oder Filzstände, eine Hand voll....mehr nicht.

Die ganze Schieberei, die unfreiwilligen Hüpfer, die Ellenbogenknuffer, Fußtritte, Rempeleien und agressiv geflechten Zähne einschließlich der Gerüche unterschiedlichsten Ursprungs, die ihr gar nicht wissen möchtet, erinnerten mich dann wieder an Völkerball. Und genau wie in meiner Jugend gabs den geplanten Rücktritt in Form des nächsten Zuges Richtung Heimat und postwendend in die Couch von Uschi, um in dieser den Tag mit einem guten heißen Milchkaffee harmonisch zu beenden.

Faszit des Tages: Die Creativa hat sich für mich nicht gelohnt,hab nur eine neue Pashmina für meine Tüchersammlung gekauft, wir Frauen aber hatten einen lustigen Tag...und das ist ja das Wichtigste.

Frau Busch war auch auf Kurzbesuch und hat mich natürlich wieder mal von allem abgehalten.

Filzen? Nur ein paar Kugeln, denn sie sitzt ja so gerne mitten auf meinen Vorratsdosen und schaut, als könnte sie kein Wässerchen trüben.


Socken kann ich allerdings mit von ihr ausgestellter Einverständniserklärung ohne Probleme in meinem Ohrensessel stricken, sie hockt dann auf dem dazugehörigen Hocker, schläft oder macht Verrenkungen, bei denen ich mir das Rückgrat brechen würde.



Hier übrigens der selbe Hocker, aber im Mai 2008, ganz schön gewachsen, die kleine Lady!!



Zita ist fertig geworden und ich finde sie sehr schön, ihre neue Besitzerin bestimmt auch.



Ein kleines Experiment hab ich auch gestartet...........Socken eben mal ganz anders. Erinnern mich irgendwie an die Mary-Jane von Manolo Blahnik, nur ein wenig günstiger als $ 645. Mal schaun, ob sie einen Liebhaber finden. Das Garn ist übrigens auch eine Selbstgefärbte von Michaela Wollschnegge und das Muster ist von Drops. , nur ohne mein Fesselriemchen.


Mary-Jane, Größe 38/39

wie immer alle Bilder groß nach klick!!

Und noch eine wunderbare Nachricht aus dem Hause Wollwelt:

Seit gestern hab ich meinen 1. Sonnenbrand in 2009!!!!!

2 Stündchen stricken in der Frühlingssonne....einfach wunderbar, aber morgen creme ich mich wohl besser ein.

Erkenntnis der Woche:

Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte.
Aus Irland

Da der Frühling ja nun endlich da ist, die Sonne lacht und die dicke Jacke nicht mehr nötig ist, wünsche ich euch eine herrliche Woche mit viiiiiel frischer Luft und Sonne im Herzen , auf der Nasenspitze und auf´m Brüstchen.......eure ANdrea